Terrorverdächtiger boykottierte aus Protest Anhörung in Guantanamo

6. März 2006, 14:04
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Angeklagter durfte sich nicht selbst verteidigen - Gefangener aus dem Jemen soll Bin-Laden-Gehilfe gewesen sein

Guantanamo - Ein mutmaßlicher Helfer von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden hat am Donnerstag eine Anhörung vor einem US-Militärtribunal in Guantanamo aus Protest boykottiert. Der Vorsitzende des Sondergerichts hatte dem Angeklagten Ali Hamza Ahmad al-Bahlul zuvor verweigert, sich selbst zu verteidigen.

Die Regeln der umstrittenen Tribunale für die Guantanamo-Gefangenen gestatten nur US-Bürgern, sich ohne rechtlichen Beistand selbst zu vertreten. Der Bahlul zugeordnete Militärverteidiger, Thomas Fleener, räumte vor Gericht Schwierigkeiten bei seiner Aufgabe ein: Er habe keine Ahnung, was sein Mandant wolle. "Er braucht seinen eigenen Anwalt. Er will mich nicht", sagte Fleener.

Bin Ladens Leibwächter

Die Staatsanwaltschaft wirft Baluhl vor, Bin Laden als Leibwächter und als "Propaganda-Spezialist" gedient zu haben. Der 37-jährige Jemenit gestand ein, Mitglied von Al Kaida gewesen zu sein, beteuerte aber, "keine Verbindung" zu den Anschlägen vom 11. September 2001 gehabt zu haben.

Nach mehrwöchiger Pause waren am Mittwoch die Anhörungen vor dem US-Militärtribunal in Guantanamo wieder aufgenommen worden. Von den rund 490 Gefangenen auf dem US-Militärstützpunkt auf Kuba wurden bisher lediglich zehn Terrorverdächtige angeklagt. (APA)

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