Haider: "Werden andere Mehrheiten suchen"

2. März 2006, 14:53
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Landeschef rechnet mit Ex- Koalitions­partnerin Schaunig ab: Die Begeisterung der SP unter Ambrozy "zunichte gemacht"

Klagenfurt - Eine Art Generalabrechnung mit seiner bisherigen Koalitionspartnern Gaby Schaunig vollzog am Abend des Aschermittwoch der Kärntner Landeshauptmann Haider. Er bescheinigte der SPÖ-Chefin, von Anfang an "von Hass gegenüber Jörg Haider und seiner Partei" getragen worden zu sein. "Aber mich wird man bis zum Jahre 2009 als Landeshauptmann nicht wegbringen", betonte Haider.

"Wir sind wirklich aus einem politischen Eiskasten herausgestiegen", meinte Haider. Schaunig hätte nämlich schon bei ihrer Wahl zur Nachfolgerin Peter Ambrozys an der Spitze der SPÖ ihre Hauptziele klar gemacht: "Haider muss weg, und das BZÖ darf kein Grundmandat machen." In diesen vier Monaten hätte sie die Begeisterung der SPÖ unter Ambrozy, gemeinsam mit dem BZÖ für das Land viel weiter zu bringen, "zunichte gemacht". Die freiheitlichen Regierungskollegen hätte sie behandelt, als wären sie "eine aussätzige Kolonie". Haider: "Im Verhältnis zur politischen Wärme, die die Frau Vorsitzende ausstrahlt, ist ein Iglu ein Hochofen."

"Babygeld"

Haider gab Schaunig erneut die Schuld, ganz allein die Koalition zerbrochen zu haben: "Das ist ausschließlich auf Grund der Eitelkeiten der roten Vorsitzenden geschehen." Diese hätte es nicht verkraftet, dass nicht sie als Sozialreferentin, sondern der Landeshauptmann für die Einbringung des Punktes "Babygeld" in der Regierung zuständig sei. Dadurch habe sie ihre beiden SPÖ-Regierungskollegen gezwungen, "wie begossene Pudel" mit aus der Sitzung auszuziehen. Aber, so Haider, in die Politik gehöre ein kühler Kopf und man dürfe nicht einfach davonlaufen, sondern müsse Kompromisse schließen können.

Und Haider weiter in Richtung seiner bisherigen Partnerin: "Sie hat die Koalition wie kommunizierende Gefäße betrachtet, wenn man die anderen nach unten drückt, steigt man selbst nach oben." Aber es werde "uns niemand daran hindern, dieses Land zu modernisieren". Schaunig hätte nämlich schon bisher gegen alles gewettert, "so als gäbe es das dezidierte Verbot: Es darf in diesem Land nicht weitergehen."

"Alles bleibt besser"

Letztendlich meinte Haider, dass das Ende der orange-roten Koalition in Wirklichkeit überhaupt keine Auswirkungen hätte: "Alles bleibt besser." Es werde jedenfalls keine Neuwahlen geben, das BZÖ werde sich zur Realisierung seiner Vorhaben "eben andere Mehrheiten suchen". Schaunig aber werde "die friedliche SPÖ zu einer radikalen Linkspartei ummodeln". Abschließend meinte der BZÖ-Chef: "Es ist Frühling." (APA)

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    Haider betonte zu Beginn der Rede, dass es sich nicht um eine traditionelle Aschermittwoch-Rede handle. "Die überlasse ich lieber meinem verlorenen Sohn in einer anderen Partei".

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