Kulturgelände Nonntal: Hausbesetzer suchen Dialog

2. März 2006, 17:54
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Salzburger Jugendplattform fordert offene Kulturräume

Salzburg - Jene Plattform junger Kulturschaffender, die seit vergangener Woche das Gebäude des ehemaligen Kulturgelände Nonntal in der Stadt Salzburg besetzt hält, versucht jetzt die Politik in die Pflicht zu nehmen. Vor Medienvertretern erneuerten die Jugendlichen am Mittwoch ihre Forderung nach "freien und selbst verwalteten Räumen". In den etablierten Kulturbetrieben sehe man keine Möglichkeiten, "ein solidarisches Miteinander abseits marktwirtschaftlicher Zwänge zu verwirklichen".

Die Hausbesetzer setzen aber nicht auf Konfrontation. Sie verlangen von der Politik Gesprächstermine, um gemeinsam "Vorschläge zu erarbeiten". Die angesprochenen Gemeinderatsfraktionen trifft der unerwartete Jugendprotest offensichtlich etwas unerwartet: Auch am fünften Tag der Hausbesetzung hielten sich alle vier Parteien mit Stellungnahmen auffallend zurück.

Ein konkretes Objekt, wo "offene Räume" untergebracht werden könnten, haben die Jugendlichen vorerst nicht im Blick. Das besetzte Gebäude wolle man nicht unter allem Umständen revitalisieren.

Widerstand gegen den für die kommenden Tag angekündigten Abriss will die Kulturplattform nicht leisten. Aber solange das ehemalige Kulturgelände nutzbar sei, werde man bleiben, heißt es. Nicht zuletzt weil die Bilanz der ersten fünf Besetzungstage positiv ausgefallen sei. Vergangenes Wochenende habe man immerhin 500 Besucher gezählt. Inzwischen haben auch zehn Wohnungslose in dem besetzten Haus Unterschlupf gefunden. Es gibt einen beheizten Schlafraum und eine improvisierte Küche. (neu, DER STANDARD Printausgabe 2.3.2006)

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