Martin Pucher in Amt und Würden

7. März 2006, 13:53
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Mattersburg-Obmann wie erwartet zum Bundesliga-Präsidenten gewählt - Edlinger votierte dagegen

Wien - Der letzte formelle Akt im Rahmen der Inthronisierung von Martin Pucher als Präsident der österreichischen Fußball-Bundesliga ist am Mittwoch im Hotel Marriott über die Bühne gegangen. Eine überwältigende Mehrheit für den Mattersburg-Obmann, der im Aufsichtsrat neben dem bisherigen Mitglied Anton Hirschmann (2. Vize, Red-Zac-Vertreter) noch Wacker-Obmann Gerhard Stocker (1. Vize), Austria-Lustenau-Boss Hubert Nagel und Austrias General Manager Markus Kraetschmer zur Seite gestellt bekam, blieb aber aus.

Nur 70 Prozent für Pucher

Nur rund 70 Prozent der abgegebenen Stimmen (56,67 von 80) entfielen auf Pucher, der dennoch auf eine fruchtbare Zusammenarbeit hofft. "Ich interpretiere diese Entscheidung der Klubvertreter als Wunsch der Fortsetzung des eingeschlagenen Weges in der Liga. Ich bin überzeugt, mit meiner Konsensfähigkeit positive Arbeit für die österreichische Bundesliga und den Fußball insgesamt leisten zu können."

Kontinuität ist beim neuen Bundesliga-Boss groß geschrieben. "Ich stehe für einen respektvollen Umgang miteinander und dafür, dass man Bewährtes weiterentwickelt. Für einen Zick-Zack-Kurs bin ich nicht zu haben", sagte Pucher, der als vorrangigige Aufgabe die Wahrung des Wertes der TV-Rechte sieht.

Rapid gegen Pucher und Kraetschmer

Der Mattersburg-Obmann versprach zwar, dass er sich gemeinsam mit seinem Kollegen im höchsten Bundesliga-Gremium "auf die Agenden eines Aufsichtsrat zurückziehen" werde - Rapid-Präsident Rudolf Edlinger war mit diesem Argument aber nicht zu überzeugen. Der ehemalige Finanzminister zog sich wie zuvor angekündigt aus dem Aufsichtsrat zurück und stimmte in der Wahl, die auf Rapid-Antrag unter Geheimhaltung stattfand, gleichzeitig sowohl gegen Pucher als auch gegen Kraetschmer.

"Ich halte die Doppelfunktion von Pucher nach wie vor für einen Nachteil. Wir hätten aber überhaupt keine Einwände gehabt, wenn er sein Amt bei Mattersburg zurückgelegt hätte", beschrieb Edlinger die Vorbehalte gegen Pucher. An Kraetschmers Berufung in den Aufsichtsrat bemängelte der Rapid-Boss die Tatsache, dass Austrias General Manager als einziges Mitglied des Gremiums Angestellter eines Vereins ist.

Eine Oppositionsrolle will Edlinger in der Bundesliga in Zukunft nicht spielen. "Aber ich fühle mich jetzt in meinen Entscheidungen freier, werde noch mehr als bisher Rapid-Präsident sein."

Pucher rechnet dennoch mit einer guten Kooperation mit dem Rekordmeister. "Er hat mir eine konstruktive Mitarbeit zugesagt", erklärte der Burgenländer. Nun gelte es, die Zweifler eines Besseren zu belehren. "Es liegt an uns, jene zu überzeugen, die noch nicht für den eingeschlagenen Weg waren", meinte der neue Präsident.

Laut Edlinger haben vermutlich zwei von zehn Bundesligisten (neben Rapid wohl Pasching) sowie vier von neun Erstliga-Klubs (die Austria Amateure waren nicht wahlberechtigt) gegen Pucher als Präsidenten gestimmt. Ein Oberhaus-Klub verfügte über fünf Stimmen, ein Red-Zac-Klub auf Grund des Wegfalls der violetten Amateure über 3,33 Stimmen. (APA)

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