"Klimt": Vexierbilder eines Malerlebens

1. März 2006, 22:09
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Arabesken auf und hinter der Leinwand: Raoul Ruiz' "Klimt" mit Kopf des Tages John Malkovich

Am Totenbett erhält Gustav Klimt (John Malkovich) von Egon Schiele (Nikolai Kinski) Besuch – der Ausgangspunkt für einen delirierenden Rückblick auf Stationen aus dem Leben des Künstlers. Klimt, in der Regie des aus Chile stammenden Regisseurs Raoul Ruiz, orientiert sich damit weniger an linearen Lebenslinien eines Bio-Pics, sondern arrangiert das Wirken und Lieben des österreichischen Malers als surrealen Parcours durch die Wiener Moderne.

Malkovich, der schon in Ruiz' Proust-Adaption Le temps retrouvé mitgewirkt hat, verkörpert Klimt auf eher geerdete Weise: ein Lebemann, den Frauen zugeneigt, hin- und hergerissen zwischen der Herzensfrau Emilie Flöge (Veronica Ferres) und der mysteriösen Cléo de Mérode (Saffron Burrows), verfolgt nur von einem mahnenden Bürokraten, dem Stellvertreter für die Konflikte des Künstlers mit politischen Würdenträgern.

Im Kino startet übrigens meist eine verkürzte Version, der Director's Cut, rund 30 Minuten länger, läuft in englischer Fassung im Burg Kino und dann auf der Diagonale in Graz.

Siehe weiters:

'Ein leiser Verführer als Lebemann'
John Malkovich im Porträt (Kopf des Tages)


'Gespenstermalereien'
Präsentation im Leopold-Museum


'Fiebertraum mit Ornamenten'
Regisseur Ruiz im STANDARD-Gespräch

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.3.2006)

Von Dominik Kamalzadeh

Link

klimtderfilm.at

  • Artikelbild
    foto: filmladen
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