"Dramatisch verändertes Verhältnis"

8. März 2006, 15:10
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Amerikanisch-indische Kooperation in 27 Punkten

Es war ein Ereignis von historischer Bedeutung, das nach Einschätzung beider Protagonisten am Donnerstag in Neu-Dehli stattfand. "Unser Verhältnis ändert sich dramatisch", befand US-Präsident George W. Bush am Donnerstag in Neu-Dehli. "Wir haben Geschichte geschrieben", sekundierte der indische Premier Manmohan Singh.

Exakt 27 Punkte umfasst das gemeinsame Statement, welches Bush und Singh am Donnerstag unterzeichnet haben. Neben dem wichtigsten Punkt - einer in ihrer Bedeutung umstrittenen Vereinbarung zur nuklearen Zusammenarbeit - wollen Amerikaner und Inder "Innovation und die Wissensgesellschaft" fördern und ihre Handelsbeziehungen intensivieren. Das bilaterale Handelsvolumen soll in den kommenden drei Jahren auf 50 Milliarden Dollar (knapp 42 Milliarden Euro) verdoppelt werden.

Weiters wollen sich die beiden Länder für die globale Sicherheit einsetzen, die "Demokratie vertiefen" und sich "internationalen Herausforderungen stellen": Dazu zählen neben dem Kampf gegen den Terror in all seinen Erscheiungsformen auch vermehrte Maßnahmen gegen Aids.

Während an der politischen Spitze also Harmonie herrschte, rumorte es umso lauter an der Basis: Mehrere tausend Menschen zogen mit roten Fahnen durch die Straßen von Neu-Delhi. Ein kommunistischer Abgeordneter, Hannan Mollah, nannte Bush den "größten Zerstörer der Humanität im 21. Jh.". Proteste gab es auch in Kalkutta, Mumbai und anderen indischen Städten. Bereits am Vortag waren rund 100.000 Muslime gegen die US-Politik auf die Straße gegangen. (dpa, AFP, win, DER STANDARD, Print, 3.3.3006)

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    Großer Empfang für US-Präsident George W. Bush

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