Operndirektor Ioan Holender streitet mit Lehrer seines Sohnes

5. März 2006, 19:57
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Staatsanwaltschaft hat Vorerhebungen wegen gefährlicher Drohung abgeschlossen - Holender: "Es tut mir Leid"

Wien - Gegen den Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender (70) hat es in den vergangenen Wochen gerichtliche Vorerhebungen wegen angeblich gefährlicher Drohung gegen einen Lehrer seines Sohnes gegeben.

In einer Anzeige war behauptet worden, Holender hätte im vergangenen Dezember einen an einer Wiener Privatschule tätigen Lehrer "in Furcht versetzt", nachdem dieser den 13-jährigen Sohn Holenders zurecht gewiesen hatte. Die Staatsanwaltschaft Wien leitete darauf hin Vorerhebungen ein, die U-Richter Michael Tolstiuk mittlerweile abgeschlossen hat. Außerdem soll der Lehrer eine Privatklage wegen übler Nachrede erhoben haben.

Der Pädagoge, der als Chorleiter den Sohn des Operndirektors unterrichtet soll zunächst den Schüler auf eine ungerecht empfundene Weise zurechtgewiesen haben. Laut Holender sei der Anlass eine "entschuldigte Abwesenheit bei einer Chorprobe" gewesen. Nachdem sein Sohn davon zu Hause berichtet hat, begab sich Ioan Holender in die Schule. "Tatsache ist, dass mir das Temperament durchgegangen ist. Ich war zu laut", so Holender, der betont: "Es tut mir Leid."

Der Lehrer dürfte diesen Auftritt als bedrohlich empfunden haben. Holender soll unter anderem durchblicken haben lassen, er könne dafür sorgen, dass der Pädagoge seine Stelle verliere. In den gerichtlichen Vorerhebungen nach Paragraf 107 Strafgesetzbuch wurde jedenfalls dem konkreten Verdacht nachgegangen, dem Lehrer wäre die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz angedroht worden. Laut Holender soll es auch in anderen Fällen Beschwerden gegen den Lehrer gegeben haben. Im Wiener Stadtschulrat wollte man dazu keine Stellungnahme abgeben.

Die offiziellen Stellen hielten sich am Mittwoch zu der Causa sehr bedeckt. Die Pressestelle des Straflandesgerichts erklärte, der Fall spiele "im privaten Bereich". "Wir werden voraussichtlich noch diese Woche entscheiden, was wir machen", kündigte Geyer an.(APA)

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    Staatsoperndirektor Ioan Holender unterstützte seinen Sohn in der Schule

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