Raiffeisen-Leasing wiederholt Rekordergebnis

30. März 2006, 15:44
posten

Neugeschäft legte im Inland um 21 Prozent, im Ausland um 22 Prozent zu - Neue Leasing-Tochter in Stockholm - Vor Markteintritt in Albanien und Ukraine

Wien - Raiffeisen-Leasing konnte im Geschäftsjahr 2005 erneut ein Rekordergebnis einfahren. Das Neugeschäft im Inland stieg trotz des Wegfalls der Investitionszuwachsprämie um 21 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro, im Ausland um 22 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. In Summe wuchs das Neugeschäftsvolumen um 22 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro. In diesem Jahr wird mit der Gründung einer Leasingfirma in Stockholm der erste Schritt nach Nordeuropa erfolgen, kündigte Geschäftsführer Peter Engert bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Wien an.

Die schwedische Leasingfirma werde vor allem für schwedische und finnische Kunden gegründet. In Helsinki ist die Errichtung einer Außenstelle geplant. Im Mittelpunkt des Geschäftes in Skandinavien stehen Kommunen, Klein- und Mittelbetriebe und Immobilien-Leasing. Es gehe auch darum, in diesem Raum Absatzpartner für Österreich und Osteuropa zu finden, sowie österreichische Kunden in diese Märkte zu begleiten, so Engert.

Zufriedenheit bei Eigentümerin

"Außerordentlich zufrieden" mit den Ergebnissen der Leasing-Tochter zeigte sich der Mehrheitseigentümer Raiffeisen Zentralbank (RZB). Im Verbund mit der RZB und der Raiffeisen Leasing International betreue man 15 Länder in Zentral- und Osteuropa, zu denen ab 2006 mit Albanien und der Ukraine noch zwei weitere Länder dazukommen werden, so RZB-Vorstand Karl Sevelda. In Westeuropa ist Raiffeisen-Leasing mit Österreich, Italien, der Schweiz und Deutschland in weiteren vier Ländern vertreten. Auf 1,35 Milliarden Euro und 47.000 Verträge belaufe sich das Leasing-Volumen in Osteuropa. Raiffeisen wolle Universalanbieter in diesen Ländern werden, sagte Sevelda.

Der Vertragsbestand in Österreich beläuft sich auf 39.413 Verträge mit rund 3,1 Milliarden Euro aushaftendem Kapital. Auf das Immobilien-Leasing entfielen 478,9 Millionen Euro (+40 Prozent), auf das Mobilien-Leasing 390,8 Millionen Euro (+14 Prozent) und auf das Kfz-Leasing 285,6 Millionen Euro (+5 Prozent). Das Inlandsergebnis betrug 12,4 (11) Millionen Euro.

Top-5 Position als Ziel

Raiffeisen-Leasing hat sich für 2006 generell das Ziel gesetzt, die Marktstellung zu stärken und auszubauen. Ziel sei es, in den jeweiligen Ländern unter die Top 5 zu kommen, sagte Geschäftsführer Peter Engert am Mittwoch vor Journalisten.

Schwarze Zahlen in Italien

In Italien habe man im zweiten vollen Geschäftsjahr erstmals schwarze Zahlen schreiben können. Die Umsätze konnten um 25 Prozent auf 314 Millionen Euro gesteigert werden. In der Schweiz konnte die 2003 gegründete Tochter in St. Gallen das Umsatzvolumen auf 39 Millionen Euro verdoppeln, die Ende 2004 gegründete Frankfurter Deutschlandtochter hat in ihrem ersten Geschäftsjahr ein Volumen von 61,4 Millionen Euro generiert.

Finanzierung von Bioenergie-Projekten

Seit drei Jahren beschäftige sich Raiffeisen-Leasing auch mit dem Thema "erneuerbare Energien", so Engert. Bei der Finanzierung von Ökoenergieprojekten zähle man mittlerweile zu den größten Investoren in Österreich. 2005 wurden für Windkraft und verschiedenste Bioenergie-Projekte in Summe ein Volumen von 254 Millionen Euro finanziert. Der größte Anteil entfiel mit 135 Millionen Euro auf Windkraft, gefolgt von Biomasse mit 82 Millionen Euro.

Nach dem Auslaufen von Förderungen nach dem alten Ökostromgesetz will Engert in Österreich bis auf weiteres keine neuen Ökoenergieanlagen mehr finanzieren, sondern sich aufs Ausland konzentrieren. "Das neue Ökostromgesetz ist ein Gesetz für die Großindustrie", kritisierte Engert. Für seine Klientel stelle es "keine erfreuliche Situation" dar. "Wir weichen nach Tschechien und Ungarn aus". Auch in Kroatien und Griechenland seien Windkraft-Projekte in Planung. 400 Millionen Euro will Engert 2006 für erneuerbare Energien außerhalb Österreichs ausgeben. In der Pipeline befänden sich bis zu 700 Millionen Euro. Deutschland habe diesbezüglich ein "ideales Gesetz", da es auch als Technologieförderung und nicht nur für Ökoenergie gesehen wird.

Kritik an Förderrichtlinien

Eine unhaltbare Situation sieht Engert im Umstand, dass es österreichische Gesetze und Richtlinien derzeit nicht erlauben, EU-Förderungen für Unternehmen bei Leasing-Finanzierung in vollem Ausmaß und somit Eigenkapital schonend zu nutzen. Die heimischen Förderstellen, speziell das Austria Wirtschaftsservice (aws) und die Arbeitsmarktförderung (AMF) sollten eine positive Entscheidung des Finanzministeriums so schnell als möglich in ihre Förderrichtlinien einbauen, damit Unternehmen die Vorteile der Leasingfinanzierung insbesondere hinsichtlich Basel II nutzen können, fordert Engert. Da der nächste EU-Haushaltsplan mit 1. 1. 2007 in Kraft tritt, sei Eile geboten. Laut Raiffeisen-Leasing-Experten sind durch die verzögerte Umsetzung den heimischen Unternehmen Fördermittel von 250 bis 300 Millionen Euro entgangen. (APA)

Share if you care.