AMA und Rewe suchen gemeinsames Qualitätsprogramm

27. März 2006, 15:33
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Während Konkurrent Spar das AMA-Gütesiegel verwendet, setzt Rewe- Tochter Billa auf die Bauernhofgarantie aus dem eigenen Haus

Wien - Die Agrarmarkt Austria (AMA), Vermarkter der heimischen Agrarwirtschaft und Herausgeber des AMA-Gütesiegels, führt mit dem Rewe-Konzern (Billa, Merkur, Bipa, Emma, Penny, Mondo) Gespräche über eine Kooperation bei einem Qualitätsprogramm. In der Vergangenheit war die Gesprächsbasis zwischen Rewe und der AMA angespannt - während Konkurrent Spar das AMA-Gütesiegel verwendet, setzt Billa auf die Bauernhofgarantie aus dem eigenen Haus. In Branchenkreisen heißt es, dass es durch den Abgang von Rewe Österreich-Chef Veit Schalle Mitte des Vorjahres nun zu einer atmosphärischen Verbesserung gekommen sei.

Zwischenlösung

An eine Teilnahme am AMA-Gütesiegel-Programm durch Rewe sei jedoch nicht gedacht, so AMA-Geschäftsführer Stephan Mikinovic am Mittwoch. Eher gehe es um eine "Zwischenlösung", wie man dies auch anderen Unternehmen anbiete. Rewe war kurzfristig für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Nachzahlung von Mitgliedsbeiträgen

Positive Nachrichten für die AMA gebe es auch im Streit um die Nichtbezahlung von AMA-Mitgliedsbeträgen. Im Juli 2005 hatte der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) entschieden, dass die österreichischen Schlachthöfe die verweigerte Millionenbeträge an die AMA nachzahlen müssen. In Summe waren über die Jahre 7,8 Millionen Euro offen, nun stehen noch 900.000 Euro aus, so die AMA. Zehn Betriebe zahlen demnach weiterhin nicht, 30 Exekutionen wurden in den vergangenen Monaten durchgeführt.

Die Schlachthöfe, die die Beiträge eigentlich nur von den Bauern an die AMA weiterleiten, hatten die Beitragszahlung verweigert, weil sie meinten, dass zu viel für das AMA-Gütesiegel und zu wenig für Fleisch geworben worden sei und dadurch auch Bauern, die nicht Mitglieder des Gütesiegels sind, für die Bewerbung des Siegels gezahlt hätten.

Am Mittwoch präsentierte die AMA eine von ihr in Auftrag gegebene Umfrage, wonach ihr die heimischen Bauern ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Auffallend: In Salzburg waren 100 Prozent der Befragten mit der AMA-Arbeit zufrieden, während im Burgenland "nur" 82 Prozent diese Meinung teilten. (APA)

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    Kein AMA-Gütesiegel, aber Kooperation im Hintergrund

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