Schneemassen: Bis 200 Millionen Euro Versicherungs-Schäden

2. März 2006, 13:28
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Für Naturkatastrophen und Terror "politische Gesamtlösung" angepeilt

Wien - Die überaus starken Schneefälle der vergangenen Monate haben der heimischen Versicherungswirtschaft nach bisherigen Schätzungen Schäden in Höhe von 150 bis 200 Mio. Euro beschert. Dabei handle es sich allein um die Folgen des über die Sturmversicherung abgedeckten Schneedrucks, sagte NÖ-Versicherungs-Chef Herbert Fichta am Mittwoch in einem Pressegespräch des Versicherungsverbandes, Auswirkungen etwa durch erhöhtes Unfallrisiko kämen noch hinzu.

Die Hochwasserschäden des vergangenen Sommers bezifferten Spitzenvertreter des Verbandes mit rund 100 Mio. Euro bzw. mit 100 bis 120 Mio. Euro brutto. In welchem Ausmaß sich dies in den Bilanzen der Unternehmen netto niederschlägt, lasse sich noch nicht abschätzen. Die Überschwemmungsschäden des Katastrophenjahres 2002 hatten bei den Versicherungen seinerzeit 400 Mio. Euro betragen.

Für Naturkatastrophen und Terror wünscht sich die Assekuranz eine "politische Gesamtlösung" mit einer staatlichen Ergänzung, als eine Art "PPP-Modell", wie Verbandspräsident UNIQA-Chef Konstantin Klien sagte. Dass es dabei primär um öffentliche Gelder für derartige Katastrophenfälle geht, wollte man am Mittwoch so nicht bestätigen. Es gehe um eine "Synchonisierung" der Hilfe, "damit sich der Bürger darauf verlassen kann", so Klien.

Grenzen der Versicherbarkeit

Wenn es um "Altlastungen von Entscheidungen" etwa bei Baugenehmigungen im Zusammenhang mit hochwassergefährdeten Gebieten gehe, müsse man danach trachten, dass es "Äquivalenzlösungen" gebe "und nicht der Kunde auf Goodwill angewiesen ist". Hier würden auch die "Grenzen der Versicherbarkeit" hineinspielen. Durch das neue Hochwasser-Zonierungssystem könne man auf die Tarifierung punktgenau eingehen. Für 2006 rechnet Klien "realistisch" nicht mehr mit einer Gesamtlösung unter Einbindung der Politik. (APA)

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