Hintergrund: Bachelor und Master, neue Titel an Unis und FH

1. März 2006, 14:28
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Nur im neuen dreigliedrigen Studiensystem - Künftig gleiche Titel an Unis und Fachhochschulen - Unis haben die Wahl

Wien - An den österreichischen Universitäten und Fachhochschulen gibt es nach Änderungen im Universitätsgesetz und im Fachhochschul-Studiengesetz demnächst neue akademische Titel: Der "Bakkalaureus" wird zum "Bachelor", der "Magister" im neuen dreigliedrigen Studiensystem zum "Master". Bei den Diplomstudien bleibt dagegen alles beim Alten, also beim Grad "Magister". Ebenfalls neu: Der einem Fachhochschul(FH)-Abschluss hintangestellte Zusatz "(FH)" entfällt künftig. Damit vergeben Unis und FH idente Titel.

Ziel der Regelung ist es, die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu erhöhen. Die Universitäten sind aber nicht gezwungen, ihre Titel umzustellen. Falls sie wollen, können sie auch weiterhin die alten Grade vergeben. Für die Fachhochschulen legt der Fachhochschulrat die Grade fest.

Künftig "Bachelor" und "Master"

Bisher haben die Absolventen eines Bakkalaureat-Studiums die vor den Namen gestellten Titel "Bakkalaureus/Bakkalaurea" erhalten, jene eines daran anschließenden Magisterstudiums die Titel "Magister/Magistra". Künftig sollen sie geschlechtsneutral "Bachelor" bzw. "Master" heißen, wobei der Titel hinter den Namen gestellt wird (z.B. Max Mustermann, Bachelor of Arts). Abgekürzt wird der Bachelor mit "B.", die Abkürzung für den Master legen die Unis selbst fest. Personen, die bereits den Titel Bakkalaureus/Bakkalaurea bzw. Magister/Magistra führen, dürfen diesen behalten, können aber auch auf Bachelor bzw. Master "umsteigen" - falls "ihre" Universität den Wechsel beschlossen hat.

Die genaue Bezeichnung des Titels ist von den Universität im Studienplan festzulegen. Theoretisch möglich wäre es also, dass die Uni Wien einen "Bachelor of Philosophy" vergibt, die Uni Innsbruck aber - zum Beispiel - einen "Bachelor of Philosophical Studies".

Keine Änderungen bei zweigliedrigen Diplomstudien

Keine Änderungen gibt es bei den zweigliedrigen Diplomstudien (Magister-Doktor) wie etwa den Rechtswissenschaften: Hier bleibt der Magister-Titel erhalten. Ein automatischer "Umstieg" auf den Master ist verboten. Dieser wäre erst dann möglich, wenn das Jus-Studium zunächst vom zwei- ins dreigliedrige System umgewandelt würde.

Master-Titel gibt es weiterhin auch für Absolventen von kostenpflichtigen Uni-Lehrgängen: Diese werden - wie bereits bisher - mit einem Master-Grad bedacht (z.B. Master of Business Administration/MBA oder Master of Laws/LLM).

Akademische Grade

Im Anschluss eine Übersicht der derzeit gültigen österreichischen akademischen Grade, ergänzt um die Neuregelung:

Bakkalaureatgrade: Bakk. art. (Bakkalaureus/-a der Künste), Bakk.rer.nat. (Naturwissenschaften), Bakk.phil. (Philosophie), Bakk.rer.soc.oec. (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften), Bakk.techn. (Technische Wissenschaften) - Künftig können diese auf Bachelor umgestellt werden, woran sich dann entsprechende Mastergrade schließen.

Magister- und Diplomgrade: DI oder Dipl-Ing (Diplom-Ingenieur/in), Mag.med.vet (Diplom-Tierarzt/Diplom-Tierärztin), Dr.med.univ. (Doktor/a der gesamten Heilkunde), Dr.med.dent. (Zahnheilkunde), Mag.arch. (Magister/ra der Architektur), Mag.art. (Künste), Mag.rer.nat. (Naturwissenschaften), Mag.pharm. (Pharmazie), Mag. phil. (Philosophie), Mag.phil.fac.theol. (Philosophie der Theologischen Fakultät), Mag.iur. (Rechtswissenschaften), Mag.rer.soc.oec. (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften), Mag.theol. (Theologie), Mag.des.ind. (Industrial Design), Mag.iur.rer.oec. (Recht der Wirtschaft)

Doktorgrade: Dr.nat.techn (Doktor/a der Bodenkultur), Dr.med.univ.et scient.med. (gesamte Heilkunde und medizinische Wissenschaft), Dr.phil. (Philosophie), Dr.iur. (Rechtswissenschaften), Dr.rer.soc.oec. (Sozial- und Wirtschaftswissenschaften), Dr.med.vet (Veterinärmedizin), Dr.scient.med. (Medizinische Wissenschaft), Dr.mont (Montanistische Wissenschaften), Dr.rer.nat. (Naturwissenschaften), Dr.phil.fac.theol. (Philosophie einer Katholisch-Theologischen Fakultät), Dr.techn. (Technische Wissenschaften), Dr.theol. (Theologie), Dr.med.dent.et scient.med. (Zahnmedizin und Medizinische Wissenschaft), PhD (Doctor of Philosophy/nach internationalen Kriterien vergebener Doktorats-Abschluss. Voraussetzung: Mindestens dreijährige Ausbildung - im Unterschied zu den in Österreich üblichen ein- bis zweijährigen Doktoratstudien)

Mastergrade nach Uni-Lehrgängen: M.E.S., (Master in/of European Studies), MAS (Master of Advanced Studies), MA (Master of Arts), MBA (Master of Business Administration), M.B.L. (Master of Business Law), MIB (Master of International Business), LL.M. (Master of Laws), MPOS (Master in Psychoanalytic Observational Studies), MPH (Master of Public Health), MSc (Master of Science)

Akademische Grade in Fachhochschul-Studiengängen: Bakk. (FH) (Bakkalaureus (FH)/Bakkalaurea (FH), Dipl.-Ing. (FH) (Diplom-Ingenieur (FH)/Diplom-Ingenieurin (FH)), Mag. (FH) (Magister (FH)/Magistra (FH)) - Künftig soll einerseits auf Bachelor/Master umgestellt werden sowie der Zusatz (FH) wegfallen.

Neue Titel:

Bachelor - Abkürzung "B ..." (z.B. Bachelor of Philosophy); die genaue Bezeichnung wird von den einzelnen Universitäten festgelegt.

Master im neuen dreigliedrigen Studiensystem - ( z.B. Master of Philosophy) Abkürzung und genaue Bezeichnung werden von den einzelnen Unis festgelegt. (APA)

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