Hauspflicht für Katzen in deutschen Vogelgrippe-Zonen

8. März 2006, 09:10
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Robert Koch-Institut: "In den letzten Wochen ein relativ großes Katzensterben im Irak beobachtet auch durch H5N1."

Berlin/Riems - Für Katzen und Hunde in Deutschland gelten nach dem ersten Vogelgrippefall bei einem Haustier verschärfte Schutzmaßnahmen in Sperrzonen. Darauf einigten sich Bund und Länder am Mittwoch. Die Bundesländer, die bereits den Virus H5N1 bei Wildvögeln entdeckt haben, würden dies umgehend erlassen, teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin mit.

Eine tote Katze auf der Insel Rügen war mit dem Erreger infiziert. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Kurth, sieht durch den Fall keine gestiegene Gefahr: "Wir haben in den letzten Wochen ein relativ großes Katzensterben im Irak beobachtet auch durch H5N1." Insofern sei der Fund der toten Katze auf Rügen etwas früh gekommen, aber nicht überraschend. Bereits 2004 sei der Ausbruch der Krankheit bei Katzen in Asien beobachtet worden.

Ob die Katze mit dem aggressiven Asia-Stamm des Vogelgrippevirus H5N1 infiziert war, an dem in Asien auch Menschen erkrankten und starben, wurde am Mittwoch noch untersucht. Der Halter der Katze zeigt keine Anzeichen einer Grippe-Erkrankung.

In Bayern und Baden-Württemberg wurden nach Bekanntwerden der ersten Infektion eines Säugetiers mit dem H5N1-Virus die Vorsorgemaßnahmen verschärft. In den Sperrbezirken müssen Katzen im Haus bleiben und Hunde angeleint werden, in den Beobachtungsgebieten wird es empfohlen. Bis Mittwoch hatten Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Vogelgrippefälle gemeldet.

Seit Dezember 2003 wurden laut Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit 173 Infektionen bei Menschen bekannt, 93 Patienten starben. (APA)

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