Gehrer will "Frauen bevorzugen"

1. März 2006, 13:17
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Bildungsministerin strebt 52-prozentigen Frauenanteil in Spitzenpositionen an

Wien - "Frauenförderung ist mir ein besonderes Anliegen. Bei gleicher Qualifikation von Frauen und Männern sollen Frauen bevorzugt in Führungsfunktionen bestellt werden. Und zwar solange, bis Frauen 52 Prozent aller Spitzenpositionen besetzen." Was Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) vor drei Jahren anlässlich des Internationalen Frauentages erklärte, hat sie in den vergangenen Jahren in ihrem eigenen Ressortbereich zu realisieren versucht. Was die Chancen für Peter Pakesch, sich in einem Stechen um die künftige Leitung der Österreichischen Galerie gegenüber Agnes Husslein durchzusetzen, nicht gerade erhöht.

Bildungsressort

Bisher hat Gehrer in ihrem eigenen Ministerium bereits drei weibliche Sektionschefinnen bestellt: Barbara Weitgruber (Forschung - mittlerweile allerdings nicht mehr im Amt, ihr Nachfolger ist ein Mann: Peter Kowalski), Brigitte Böck (Kultur) und Heidrun Strohmeyer (Statistik, allgemeine pädagogische und IT-Angelegenheiten, Erwachsenenbildung). Bei Strohmeyers Präsentation im Juli 2004 hatte sich Gehrer für eine "positive Diskriminierung von Frauen bei gleicher Qualifikation" ausgesprochen.

Museumsbereich

Im Museumsbereich wurden mit Gabriele Zuna-Kratky (Technisches Museum) und Johanna Rachinger (Österreichische Nationalbibliothek) zwei Frauen auf Direktoren-Positionen berufen - mit Klaus Albrecht Schröder (Albertina) und Edelbert Köb (Museum Moderner Kunst) freilich auch zwei Männer. Helga Dostal wurde 1998 zur Leiterin des Theatermuseums berufen, warf allerdings 2001 nach der Eingliederung des Hauses in das Kunsthistorische Museum das Handtuch. Außerdem berief Gehrer Wolfgang Waldner zum Geschäftsführer der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft - und Eva-Maria Höhle zur Generalkonservatorin im Bundesdenkmalamt.

Uni-Frauenbeirat

Im Jahr 2003 war Gehrer mit der Idee eines "Uni-Frauenbeirats" an die Öffentlichkeit gegangen, um laufend über Verwirklichung der gesellschaftlichen Zielsetzung der "Erhöhung des Frauenanteils in leitenden Funktionen an den Universitäten" unterrichtet zu sein. Das im Jahr 2005 lancierte Frauenförderungsprogramm "excellentia" etwa hat zum Ziel, die Anzahl der Professorinnen an Österreichs Universitäten bis 2010 zu verdoppeln. (APA)

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