Bestand an Grundnahrungsmitteln im Gaza-Streifen schwindet

5. März 2006, 20:01
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Vorräte in wenigen Tagen aufgebraucht - Auch wegen verschärfter Sicherheitsmaßnahmen Israels

Jerusalem - Der Bestand an Grundnahrungsmitteln im Gaza-Streifen wird UNO-Angaben zufolge zunehmend knapper. Die Vorräte an Weizen, Zucker und Speiseöl drohen in wenigen Tagen aufgebraucht zu sein, wenn Israel die Hauptgrenzübergänge zu dem Gebiet weiterhin geschlossen halte, erklärten Vertreter der Vereinten Nationen am Mittwoch.

"Es nimmt ein gefährliches Niveau an", sagte David Shearer, Chef des Jerusalemer Büros für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (Ocha). Die humanitäre Lage habe sich seit dem Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas-Bewegung Ende Jänner verschlechtert. Grund dafür seien auch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen Israels und die Schließung des Haupt-Grenzübergangs bei Karni, sagte Shearer weiter.

Arme Menschen hart getroffen

Ein Vertreter des Welternährungsprogramms (WFP) fügte hinzu, auch Hilfsprogramme bekämen die Maßnahmen zu spüren. Es könne zwar nicht von einer Hungersnot gesprochen werden. Arme Menschen würden jedoch von den schwindenden Vorräten und steigenden Preisen besonders hart getroffen.

Israel zufolge ist die Schließung des Grenzpunktes keine Reaktion auf den Wahlsieg der Hamas, sondern eine Schutzmaßnahme vor Extremisten. Israel kontrolliert auch nach dem Abzug seiner Streitkräfte und der Räumung der israelischen Siedlungen im vergangenen Jahr die Zugangswege zum Gaza-Streifen.

Aus Protest gegen eine Regierungsübernahme durch die extremistische Organisation stoppte Israel den Transfer von palästinensischen Steuern und forderte andere Geberländer dazu auf, Hilfsgelder einzufrieren. Die palästinensische Verwaltung droht ohne die Gelder zusammenzubrechen. Israel lehnt eine Zusammenarbeit mit der Hamas ab, bis diese der Gewalt abschwört und das Existenzrecht Israels anerkennt. Die Hamas hat in den vergangenen Jahren rund 60 Selbstmordattentate in Israel verübt und kämpft für eine Zerstörung des israelischen Staates. (APA/Reuters)

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