Frankreich startet mit Flugticket-Steuer - weitere Länder folgen

22. März 2006, 14:57
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Ab Juli Flugticket-Steuer in Frankreich - In Österreich ist eine entsprechende Abgabe laut Finanzministerium dezidiert kein Thema

Wien/Paris - Die französische Regierung hebt ab Juli eine Flugticketsteuer ein, um mehr Gelder für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen. Dabei werden pro Passagier je nach Sitzklasse und Weite des Fluges zwischen einem und 40 Euro aufgeschlagen.

Zehn weitere Länder wollen nun dem Beispiel folgen, berichtet die AFP. Neben Frankreich hätten sich Norwegen, Brasilien, Chile, Zypern, Madagaskar "und andere" Staaten dazu entschlossen, sagte Außenminister Philippe Douste-Blazy am Mittwoch im Radiosender Europe 1. Frankreich warb seit Dienstag auf einer zweitägigen internationalen Konferenz in Paris massiv für die Steuer, die auch von UN-Generalsekretär Kofi Annan unterstützt wurde.

Mehreinnahmen von 200 Millionen erwartet

Paris rechnet mit Einnahmen von rund 200 Mio. Euro pro Jahr. Mit dem Geld sollen in Entwicklungsländern Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria bekämpft werden, durch die pro Jahr sechs Millionen Menschen sterben.

Frankreichs Luftfahrtbranche steht dem Projekt kritisch gegenüber. Sie befürchtet Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen aus Ländern, in der Aufschlag nicht erhoben wird. Strikt abgelehnt wird die Abgabe unter anderem von den USA. Deutschland argumentiert bisher, eine Steuer sei nur sinnvoll, wenn sich eine große Zahl von Ländern anschließe. "In Österreich ist eine Flugticket-Steuer dezidiert kein Thema", hieß es auf APA-Anfrage im Finanzministerium. (APA/AFP)

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