Burgenland für Ernstfall vorbereitet

6. März 2006, 17:07
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Sicherheitsgipfel tagte im Landhaus - Bisher 60 Wasservögel untersucht, keine Gefahr in Verzug

Eisenstadt - In Eisenstadt tagte am Donnerstagnachmittag ein burgenländischer Sicherheitsgipfel zum Thema Vogelgrippe. Neben Landeshauptmann Hans Niessl (S), Agrarlandesrat Niki Berlakovich (V) und Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S) nahmen an dem Treffen Behördenleiter und die Spitzen der Sicherheits- und Einsatzorganisationen Teil. Bei einer Pressekonferenz im Anschluss wurde von politischer Seite betont, dass man für den Ernstfall vorbereitet sei, bisher gebe es keinen Vogelgrippe-Fall im Burgenland.

In Österreich seien bisher 700 tote Vögel aufgefunden worden, "22 davon haben Vogelgrippe", konzentriert in der Steiermark, so Berlakovich. Bei den in Wien und Niederösterreich gefundenen Vögeln habe bisher nur H5 nachgewiesen werden können. H5N1 sei noch fraglich, man warte auf Ergebnisse aus dem EU-Referenzlabor in Weybridge. "Im Burgenland haben wir 60 Wasservögel untersucht, das Ergebnis war bei allen negativ", erklärte der Landesrat.

Praktisch täglich würden Behördenleiter von der Bevölkerung wegen tot aufgefundener Vögel jeglicher Art kontaktiert, so LH Niessl. Wichtig sei, dass die Bevölkerung entsprechend aufmerksam gemacht werde. Nun sei etwa auch gewährleistet, dass an Wochenenden einige Amtstierärzte Bereitschaftsdienst haben, um bei einem Verdachtsfall kurzfristig verfügbar zu sein.

Altersadäquate Information über die Vogelgrippe solle es nun auch in Kindergärten und Schulen geben. Mit der Tierkörperverwertung seien alle Voraussetzungen für einen Seuchenfall geschaffen worden. In den kommenden Tagen soll die Bevölkerung auch auch über die Landes-Homepage (http://www.burgenland.at) über die Vogelgrippe informiert werden, so Niessl.

Er wolle festhalten, "dass wir die Vogelgrippe im Burgenland nicht haben", sagte Agrarlandesrat Berlakovich. Alle getroffenen Maßnahmen dienten dazu, ihr Auftreten zu verhindern und die heimische Geflügelwirtschaft vor dieser Seuche zu bewahren. Seit dem 18. Februar gebe es die Stallpflicht auch im Burgenland, seit 22. Februar sei in Kittsee eine Überwachungszone nach einem Vogelgrippefall in Preßburg eingerichtet. Zentrale Botschaft sei: "Wenn man heimisches Geflügel und heimische Eier konsumiert, ist man auf der sicheren Seite." Man habe den nationalen Krisenplan "auf burgenländische Ebene heruntergebrochen", es gebe klare Entscheidungsstrukturen.

Seitens der Veterinärabteilung seien alle Vorkehrungen getroffen worden: 500 Schutzanzüge und -masken wurden angekauft, in den Geflügelhaltungsbetrieben habe man Seuchenteppiche bereit gestellt. Mit den Amtstierärzten vor Ort gebe es regelmäßig Kontaktgespräche, um "im Fall des Falles" sehr schnell reagieren zu können.

Alarmplan

In allen burgenländischen Krankenanstalten gebe es einen Alarmplan, 20 Prozent (170 Betten) der gesamten Bettenkapazität der Landeskrankenanstalten seien vorgehalten, so Rezar. Neben Hygiene- und Bevorratungsplänen seien auch Schnelltests für Influenza verfügbar, mit denen rasch eine größere Menge von Personen getestet werden könne: "Insgesamt ist zu sagen, dass wir bestens gerüstet sind."

Im Burgenland gebe es derzeit keine Fälle von Vogelgrippe, durch die internationale Reisetätigkeit sei es aber durchaus denkbar, dass der eine oder andere Reisende das Virus ins Burgenland bringe. (APA)

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