Drogenbestellung immer öfter per Mausklick

9. März 2006, 10:35
4 Postings

UNO: Kokain weiter auf dem Vormarsch - Opium-Anbau im großen Stil in Afghanistan

Kokain ist in Europa weiterhin auf dem Vormarsch. Das geht aus dem am Dienstag in Wien präsentierten Jahresbericht des Internationalen Suchtmittelkontrollrats der Vereinten Nationen (INCB) hervor. In Spanien etwa wurden im Vorjahr bei einem einzelnen Fund 5,4 Tonnen „Koks“ beschlagnahmt.

eroin aus Afghanistan

Die Verbreitung der Droge nahm bei jungen Leuten vor allem in Dänemark, Deutschland, Spanien und Großbritannien zu. Betroffen seien auch Teile Österreichs, Griechenlands, Irlands und Italiens. Ein großes Problem stelle nach wie vor Heroin dar: Der geschätzte Bedarf an der illegalen Substanz in Europa beträgt laut INCB-Schätzungen 170 Tonnen. Der Großteil des Heroins stammte aus Afghanistan, wo trotz angekündigter Maßnahmen der Anbau nach wie vor im großen Stil betrieben werde. Laut UNO-Zahlen wurden 2005 rund 4100 Tonnen Rohopium hergestellt.

Probleme sieht der Suchtmittelkontrollrat auch durch den steigenden Versand von Medikamenten über das Internet. Neben illegalen Produkten wie Ecstasy werden auch erlaubte pharmazeutische Produkte online bestellt. INCB nennt als Beispiel Diazepam: Hier gab es Fälle, wo Einzelpersonen rund 40.000 Tabletten orderten. Das Phänomen von Versanddrogen sei nichts Neues, allerdings sei die Nachfrage extrem gewachsen.

Illegale Droge Nummer eins bleibt weiterhin Cannabis: Rund 30 Millionen konsumieren die Droge in den EU-Staaten, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz. Die Konsumenten sind durchwegs jung: Rund 15 Prozent der 15- jährigen Schüler konsumieren Marihuana oder Haschisch öfter als 40 Mal im Jahr. (APA, DER STANDARD Printausgabe, 01.03.2006)

Share if you care.