Fritz Leitermeyer 80-jährig gestorben

1. März 2006, 12:13
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Komponist und ehemaliger Primgeiger der Wiener Philharmoniker

Wien - Der Komponist und ehemalige Wiener Philharmoniker Fritz Leitermeyer erlag 80-jährig bereits am 8. Februar einer langen schweren Krankheit, teilte der Musikverlag Doblinger am Mittwoch in einer Aussendung mit. Von 1946 bis 1985 als Primgeiger der Wiener Philharmoniker tätig, war es Leitermeyers oberstes Anliegen als Komponist, in seinen Werken bei oft virtuosem Anspruch die Praxisbezogenheit zu wahren, indem er seine Instrumental- und Vokalmusik in den Kontext einer österreichischen Tradition stellte.

Autodidaktische Studien

Leitermeyer, am 4. April 1925 als Sohn des Geigers Friedrich Leitermeyer in Wien geboren, studierte an der Wiener Musikakademie Geige bei Franz Mairecker und Willi Boskovsky. 1943 begann er als ständiger Substitut bei den Wiener Philharmonikern und beim Staatsopernorchester, wo er im Jahr darauf als Primgeiger engagiert wurde. Daneben war Leitermeyer unter anderem 2. Geiger beim Weißgärberquartett und Samohylquartett und Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle.

Erste Kompositionen entstanden bereits 1940, ab 1959 widmete Leitermeyer sich autodidaktischen Studien der Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts und knüpfte in der Folge insbesondere an der "Neuen Wiener Schule" Othmar Steinbauers. Sein Werk wurde mit zahlreichen Würdigungen ausgezeichnet, darunter dem Österreichischen Staatspreis, dem Ehrenring der Wiener Philharmoniker, dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, dem Würdigungspreis der Stadt Wien und der Ehrenmedaille der Stadt Wien in Silber.

"Kulturboden vor der Verkarstung bewahren"

Er selbst meinte zu seiner Arbeit: "Ich komponiere, weil einfach jeder Musiker, der die Begabung zum Komponieren mitbekommen hat, diesem Geschenk verpflichtet ist und komponieren muß. Ich denke, nur so kann unser Kulturboden vor der Verkarstung bewahrt werden, den ein hoffentlich kommendes künftiges Genie als Grundlage benötigt." (APA)

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