NASA-Shuttle soll im Mai starten

3. März 2006, 12:13
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Insgesamt drei Starts für heuer geplant ... wenn alles optimal läuft - Einsparungspläne bei der NASA

Washington/Cape Canaveral - Zur Finanzierung der bemannten Raumfahrt will die US-Raumfahrtbehörde NASA ganze Programme zur weiteren Erforschung des Weltalls auf Eis legen oder ganz streichen. Betroffen seien unter anderem die Suche nach möglichem Leben in unserer Galaxie, das Einsammeln von Gesteinsproben auf dem Mars und die Erforschung des Jupiter-Mondes Europa, unter dessen Eisschicht auch Spuren von Leben vermutet werden, schreibt die "New York Times" am Donnerstag.

Die NASA benötige das Geld für ihre Raumfähren, den Ausbau der internationalen Raumstation ISS und die Entwicklung eines Nachfolgemodells für die alternden Space Shuttles. NASA-Direktor Michael Griffin wollte sich am Donnerstag zum weiteren Ausbau der internationalen Raumstation ISS äußern.

Raumfährenstart

Indessen hofft die NASA, in diesem Jahr drei Raumfähren starten zu können. Voraussetzung sei, dass die "Discovery" im Mai oder Juli in den Weltraum abheben könne. Angesichts der technischen Probleme, vor allem mit der Schaumstoffisolierung am Außentank, bleibe jedoch ein großes Fragezeichen, sagte der Leiter des Space-Shuttle-Programms, Wayne Hale, am Dienstag.

Im günstigsten Fall würden die Shuttles im Mai, Juli und November abheben. Hale nannte als möglichen Starttermin für die "Discovery" den 20. Mai. Mit an Bord wird der deutsche Astronaut Thomas Reiter sein. Er ist der erste Europäer, der sich mehrere Monate an Bord der Raumstation aufhalten wird.

Pläne

Für den Ausbau der ISS bis zum Jahr 2010 seien 16 Flüge vorgesehen. Das europäische Raumlabor "Columbus" soll beim siebenten Flug eines Shuttles zur ISS geflogen werden. Das dreiteilige japanische Experimentier-Modul JEM wird danach in drei Flügen in den Jahren 2007 und 2008 zur ISS gebracht. Nach den Worten von Griffin will die NASA im Jahr 2008 einen Service-Flug zum alternden Weltraumteleskop "Hubble" unternehmen, um defekte Teile auszuwechseln.

Katastrophe

2003 war die Raumfähre "Columbia" beim Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinander gebrochen, sieben Astronauten starben. Ursache des Unglücks war ein Schaden am Hitzeschild gewesen, den ein Stück abgebrochener Isolierschaum beim Start verursacht hatte.

Die NASA glaubte eigentlich, das Problem in den Griff bekommen zu haben. Doch zeigte sich beim Start der "Discovery" im vergangenen Sommer, dass sich erneut ein Stück der Isolierung löste. Seitdem befindet sich die Shuttle-Flotte am Boden. (APA/AP/dpa)

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