Palästinensische Al-Quds-Brigaden schwören nach Tod ihres Führers Rache

3. März 2006, 06:22
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Innenministerium: Keine Raketenteile nach Explosion von Auto gefunden

Gaza/Jerusalem - Nachdem der Chef der Al-Quds-Brigaden, des militärischen Flügels der radikalen Palästinenser-Organisation Islamischer Jihad, am Mittwoch bei einer Explosion im Gaza-Streifen getötet wurde, versammelten sich Hunderte bewaffnete Jihad-Kämpfer danach vor dem Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt. Dorthin war die Leiche von Khaled al-Dahduh gebracht worden.

Die Kämpfer schrien "Rache, Rache". Nach palästinensischen Angaben wurde Dahduhs Wagen von einer Rakete getroffen, die eine israelische Drohne abgefeuert hatte. Die israelische Armee wies jegliche Verantwortung zurück und erklärte, sie habe nichts mit dem Vorfall zu tun.

Vergeltung angekündigt

Die Al-Quds-Brigaden, die sich zu zahlreichen Anschlägen auf israelische Ziele in den vergangenen Monaten bekannt haben und für die Zerstörung Israels kämpfen, schworen Vergeltung. "Die Antwort auf dieses Verbrechen wird im Herzen des zionistischen Staates stattfinden", sagte ein Vertreter der Brigaden. "Unsere Raketen werden schon bald auf alle Israelis niederprasseln."

Auch ein Sprecher von Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas sprach von einem Attentat und machte Israel für die Tötung Dahduhs verantwortlich. Er forderte einen verstärkten internationalen Druck, um Israel wieder an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Das palästinensische Innenministerium erklärte allerdings, es seien keine Raketenteile in den Überresten des Autos gefunden worden.

Stunden vor der Explosion hatten palästinensische Extremisten eine Rakete in Richtung der israelischen Küstenstadt Ashkelon abgefeuert. Israels Interimsministerpräsident Ehud Olmert hatte angekündigt, gegen die Verantwortlichen solcher Raketen-Angriffe entschlossen vorzugehen.

Wenige Kilometer von der Stelle entfernt, wo am Mittwoch im Westjordanland ein israelischer Siedler erschossen wurde, wurde nach israelischen Militärangaben ein weiterer Israeli von Schüssen in den Hals getroffen und schwer verletzt. Zu dem Mord an dem Siedler hatten sich die zu Abbas' Fatah gehörenden radikalen Al-Aksa-Brigaden bekannt. Einem Bericht der israelischen Zeitung "Haaretz" zufolge sind in den kommenden Wochen mehr Anschläge von Fatah-Extremisten zu erwarten, da diese nach der Wahlniederlage der Fatah gegen die Hamas ihre Relevanz im Westjordanland unterstreichen wollten. Die Zeitung berief sich dabei auf Militärkreise. (APA/Reuters/AP)

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