Aktionsplan zur Mückenbekämpfung

12. März 2006, 19:36
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Frankreich versucht Ausbreitung von Chikungunya in Europa zu verhindern - Fieber grassiert seit einem Jahr auf Insel La Réunion

Paris - Nach ersten Fällen von Chikungunya-Fieber in Frankreich lässt die Regierung ein Mückenbekämpfungsprogramm ausarbeiten, um eine Ausbreitung in Europa zu verhindern. Gesundheitsminister Xavier Bertrand sagte am Dienstagabend in Paris, im Winter bestehe durch das Fehlen der als Überträger fungierenden Stechmücken keine Gefahr. Mit dem Übergang zur wärmeren Jahreszeit könne sich dies aber ändern.

Deshalb seien Forschungsinstitute und Behörden aufgefordert worden, "uns sehr schnell einen Aktionsplan zur Mückenbekämpfung vorzulegen". Er wird laut Bertrand bereits in einigen Tagen fertig gestellt werden. Krankenhäuser müssen ab sofort jeden neuen Chikungunya-Fall melden.

Fieber grassiert seit einem Jahr auf La Réunion

Das Chikungunya-Fieber grassiert seit einem Jahr auf der französischen Insel La Réunion vor der Ostküste Afrikas. Dort trat die äußerst schmerzhafte Krankheit inzwischen bei 160.000 Menschen und damit einem Fünftel der Bevölkerung auf. Laut Paris sind durch Chikungunya "direkt oder indirekt" 77 Menschen gestorben. Inzwischen sind auch mehrere dutzend Krankheitsfälle in Frankreich selbst registriert worden. Sie betrafen Reisende, die sich auf La Réunion oder benachbarten Inseln aufgehalten hatten. In Deutschland ist von sechs Fällen die Rede. Ein Mittel gegen die Krankheit gibt es bisher nicht.

Chikungunya (Kisuaheli für "der gekrümmt Gehende") wird durch ein von der Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) übertragenes Virus ausgelöst. Infizierte leiden teilweise wochen- oder monatelang an schweren Gelenk- und Gliederschmerzen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Allerdings hat sich die Asiatische Tigermücke in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern etabliert, darunter Südfrankreich und Italien. (APA)

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