Österreicher schätzen Preisvorteile der Globalisierung

17. März 2006, 15:25
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42 Prozent der Österreicher sehen überwiegend Nachteile im Zusammenwachsen der Welt - die Preisvorteile möchten sie dennoch nicht missen

Linz - Beim Thema Globalisierung sind die Österreicher der Ansicht, "Sie ist zwar nichts Gutes, aber schön, dass sie uns Preisvorteile bringt". Das ist das am Mittwoch veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "SPECTRA".

Die Umfrage erfolgte im Februar bei 1.000 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählten Personen. Dabei erklärten 42 Prozent, die Globalisierung bringe mehr Nachteile als Vorteile. Für 31 Prozent ist das Verhältnis ausgewogen. Nur sechs Prozent glauben, dass die Vorteile überwiegen. Überdurchschnittlich positiv gesehen wird die Globalisierung lediglich von Personen mit höherer Bildung (14 Prozent). Immerhin 21 Prozent - also rund jeder Fünfte - haben sich offenbar mit dem Thema Globalisierung nicht auseinander gesetzt und bezogen deshalb bei der Umfrage keine Stellung.

Preisgünstig einkaufen

Geht es jedoch um aus der Globalisierung resultierende Preisvorteile, dann steigt die positive Beurteilung. 18 Prozent stimmten in der Umfrage der Feststellung zu, "der österreichische Konsument hat auch Vorteile, weil bei uns dadurch immer mehr preisgünstige Waren aus den asiatischen Ländern gekauft werden können". 53 Prozent stimmten dem zumindest teilweise zu. Gleichzeitig schlossen sich 49 Prozent der Feststellung an, dass mit dem Kauf preisgünstiger Waren aus Asien Österreich geschadet werde, weil dadurch Arbeitsplätze verloren gingen.

Schaden oder nicht

Bei der näheren Analyse der verschiedenen Antworten fanden die Meinungsforscher folgende Denkmuster heraus: 26 Prozent glauben an einen Schaden durch die Globalisierung, er sei aber angesichts der Preisvorteile nicht so groß. 23 Prozent sehen zwar einen gewissen Nutzen, aber der Schaden sei letztlich größer. Für 17 Prozent sticht der Preisvorteil, den Arbeitsplatzschaden nehmen sie - quasi ohne Reue - in Kauf. 17 Prozent sind der Ansicht: "Wir schaden uns ohne auch nur irgendetwas zu gewinnen". 17 Prozent sind ohne Meinung. (APA)

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