Italiens Wirtschaft hat 2005 stagniert

16. März 2006, 15:54
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Defizit um 4,1 Prozent geklettert

Rom - Die italienische Wirtschaft hat im Gesamtjahr 2005 eine Stagnationsphase erlebt. Nach Angaben des nationalen Statistikamts Istat betrug das BIP-Wachstum 0,0 Prozent. Im Vorjahr war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach revidierten Angaben des italienischen Statistikinstituts von Mittwoch noch um 1,1 Prozent gestiegen.

Italien verstieß 2005 auch zum dritten Mal in Folge gegen die Neuverschuldungs-Regeln des EU-Stabilitätspakts. Den Behördenangaben zufolge betrug das Defizit im Vergleich zum BIP 4,1 Prozent nach jeweils 3,4 Prozent in den beiden Vorjahren. Der EU-Pakt schreibt eine Obergrenze von drei Prozent vor.

Die Stagnationsphase wirkte sich negativ auf die Beschäftigung aus. 2005 gingen 102.000 Arbeitsplätze verloren, teilte Istat mit.

Die Wirtschaftslage droht sich negativ auf den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi auszuwirken, der bei den Parlamentswahlen am 9. April auf eine Wiederwahl hofft. "Die Situation ist sehr ernst. Berlusconi kann die Italiener nicht darüber hinweg täuschen, dass die Lage katastrophal ist. Die Italiener werden immer ärmer und unsere Wirtschaft steht am Rande einer Rezession", kritisierte Pier Luigi Bersani, Wirtschaftsexperte der Linksdemokraten. (APA)

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