Spannung vor Wiederöffnung des Immobilienfonds der Deutschen Bank

23. März 2006, 19:04
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Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate will am Donnerstag das Ergebnis der Neubewertung der Fondsimmobilien bekannt geben

Frankfurt - Gespannt sehen die Finanzmärkte der geplanten Wiederöffnung des offenen Immobilienfonds "grundbesitz-invest" der Deutschen Bank am Freitag entgegen. Unklar ist vor allem, ob die Anleger anschließend in Scharen ihre Anteile an dem Fonds abstoßen werden. Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate will am Donnerstag das Ergebnis der Neubewertung der Fondsimmobilien bekannt geben. Ab Freitag sollen Fondsanteile dann wieder ge- und verkauft werden können. Für entstandene Wertverluste will die Deutsche Bank aufkommen.

Helmut Knepel, Geschäftsführer von Feri Rating & Research, rechnet mit einer "moderaten Abwertung", die von den Anlegern als positives Signal ausgelegt werden könnte. "Der Markt wird sich dann ein bisschen beruhigen", sagte Knepel der dpa. Eine deutliche Abwertung wäre hingegen ein "Turbo" für die ohnehin nervösen Märkte. Er rät der Deutschen Bank jedoch zu einer "sauberen Bewertung, die belastbar ist". Sie dürfe nicht niedriger ausfallen als notwendig, nur um Anleger zu beschwichtigen.

Ruhe bewahren

Verbraucherschützer empfehlen Anlegern, nach der Wiederöffnung des Fonds zunächst Ruhe zu bewahren und ihre Anteile nicht überstürzt zu verkaufen. "Die Deutsche Bank kann es sich nicht leisten, von ihren Zusagen zurückzutreten", sagte Dorothea Kleine von der Verbraucherzentrale Bundesverband der dpa. Die Bank will die möglichen Verluste von Anlegern ausgleichen, und zwar inklusive des Ausgabezuschlags, aber abzüglich der ausgeschütteten Gewinne. Dies stößt bei Kleine auf Kritik. "Werden vergangene Ausschüttungen einbezogen, so kompensieren diese den Wertverlust voll oder zumindest teilweise, wodurch der Schaden letztendlich doch beim Anleger bleibt", sagt die Expertin.

Angebot abwarten

Anwälte, die mit Klagen gedroht haben, wollen zunächst das konkrete Entschädigungsangebot der Deutschen Bank abwarten. "Die Unzufriedenheit und der Ärger der Anleger ist nach wie vor sehr groß - und auch das Misstrauen gegenüber dem Angebot", sagte ein Sprecher der Rechtsanwaltskanzlei Tilp der dpa. Rechtliche Schritte müssten im Einzelfall geprüft werden. Ein Hamburger Rentner-Ehepaar hat nach Angaben der Kanzlei bereits eine Klage eingereicht. Laut Auskunft eines Sprechers von DB Real Estate liegt dem Unternehmen jedoch bisher nichts vor.

Die Deutsche Bank hatte erstmals in der Geschichte der Anlageform im Dezember einen offenen Immobilienfonds wegen der anstehenden Neubewertung vorübergehend geschlossen. Der Schritt wurde von allen Seiten kritisiert. Zwei weitere Fonds eines anderen Anbieters folgten. Allein im Januar zogen Investoren 4,2 Mrd. Euro aus offenen Immobilienfonds ab. Droht nach der Wiederöffnung erneut ein Liquiditätsengpass, will die Deutsche Bank dem Fonds mit eigenen Mitteln unter die Arme greifen. Immobilienfonds können ebenso wie andere Anlagen Verluste erwirtschaften, waren aber häufig als vermeintlich sicheres "Betongold" angepriesen worden. (APA/dpa)

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