Deutscher Virologe: Keine erhöhte Gefahr für Menschen

6. März 2006, 17:03
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Kurth: "Eine Katze erhöht noch nicht das Bedrohungspotenzial für den Menschen"

Berlin - Auch nach dem Tod eines mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infizierten Katers auf Rügen hat sich nach Einschätzung des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Reinhard Kurth, das Ansteckungsrisiko für Menschen in Deutschland nicht erhöht. "Eine Katze erhöht noch nicht das Bedrohungspotenzial für den Menschen", sagte Kurth am Dienstagabend in der ARD. "Diese eine Katze bedeutet keine erhöhte Gefährdung für den Menschen in Deutschland."

Das Bedrohungspotenzial konzentrierte sich derzeit auf Südostasien, wo die Entwicklung beobachtet werden müsse, sagte Kurth. Es sei in der Wissenschaft auch noch nicht beschrieben worden, dass sich ein Mensch an einer Katze infiziert habe. "Insofern kann man hier wirklich beruhigt sein." Dennoch sollte man mit einer schwer kranken Katze sofort zum Tierarzt gehen und nicht mit ihr schmusen.

Der verendete Kater von einem Gehöft nahe der Wittower Fähre auf Rügen ist das erste Säugetier in Deutschland, bei dem der gefährliche Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen wurde. In der Nähe waren die meisten der mehr als 100 infizierten Wildvögel aufgelesen worden. Ob es sich um die hoch ansteckende Variante handelt, an der in Asien und der Türkei auch Menschen gestorben sind, wird noch untersucht.

Kurth sagte, Hunde hätten sich noch nicht mit der Vogelgrippe angesteckt. Daher könne man alle Hundehalter beruhigen. Auch Schweine, die immer ein großes Problem bei dieser Virusgrippe darstellten, seien offenbar nicht gut infizierbar. Hingegen seien sehr viele Vogelarten anfällig, und man werde sicherlich in nächster Zeit Aasfresser identifizieren, die sich an Aas angesteckt hätten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist die zentrale Einrichtung der deutschen Regierung zur Krankheitsüberwachung und Vorsorge. (APA/Reuters)

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