30 Tote bei Angriff auf Extremisten-Lager

8. März 2006, 17:06
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Beamter: "Militante Ausländer" getötet - Angriff vor Bush-Besuch - Musharraf kritisiert Karzai

Islamabad - Bei einer Anti-Terror-Offensive vor dem Besuch von US-Präsident Geroge W. Bush sind am Mittwoch in Pakistan 25 bis 30 mutmaßliche Terroristen getötet worden. Ziel der Operation in Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan sei ein Ausbildungscamp muslimischer Extremisten gewesen, das zerstört worden sei, berichtete der private Fernsehsender Geo TV unter Berufung auf die Regionalverwaltung. Auch ein Waffenlager sei ausgehoben worden.

Geo TV berichtete weiter, mehrere hundert Soldaten seien aus der Luft von Kampfhubschraubern unterstützt worden. Armeesprecher Shaukat Sultan bestätigte eine Anti-Terror-Operation im halbautonomen Stammesgebiet, nannte aber keine Einzelheiten. Pakistan ist einer der engsten Verbündeten der USA im internationalen Kampf gegen den Terrorismus. Bush wird am Samstag in Pakistan erwartet und besucht zuvor Indien. Am Mittwoch war er überraschend nach Kabul gereist und dort mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai zusammengetroffen.

"Er soll an sein Haus denken"

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf griff Karzai wegen dessen Vorwürfen, dass Extremisten von Pakistan aus Ziele in Afghanistan angriffen, scharf an. "Wir versuchen, unser Haus in Ordnung zu bringen, er sollte an sein Haus denken, anstatt ständig Pakistan zu beschuldigen", sagte Musharraf der britischen BBC. Sollte Karzai der Ansicht sein, Terroristen kämen über die Grenze, sollte er den pakistanischen Vorschlag annehmen, einen Zaun zwischen den beiden Ländern zu bauen und die Grenze zu verminen.

Musharraf sagte, er erwarte von Bush bei dessen Besuch Druck zur Lösung des Kaschmir-Konflikts auf Pakistan, auf Indien und auf die Kaschmirer. "Er muss all seinen Einfluss geltend machen, dass wir uns an einen Tisch sitzen und den Streit lösen." Indien lehnt internationale Vermittlung in dem Konflikt kategorisch ab. (APA/dpa/Reuters)

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