Bush rechnet trotz Gewalt nicht mit Bürgerkrieg

1. März 2006, 15:17
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US-Präsident: "Bevölkerung hat sich Wiedervereinigung entscheiden, und wir werden helfen"

Washington - US-Präsident George W. Bush hat trotz der neuen Welle der Gewalt im Irak die Vorstellung zurückgewiesen, das Land gerate allmählich in einen Bürgerkrieg. Allein am Dienstag wurden bei zahlreichen Anschlägen in Bagdad mindestens 60 Menschen getötet. Die jüngste Gewalt war nach einem Anschlag auf eine den Schiiten heilige Stätte in Samarra vor einer Woche ausgebrochen. Zunehmend kam es zuletzt zu Ausschreitungen zwischen verschiedenen Religions- und Bevölkerungsgruppen.

Auf die Frage, was er machen würde, wenn im Irak ein Bürgerkrieg ausbrechen würde, sagte Bush am Dienstag gegenüber dem Sender ABC News: "Ich teile Ihre Annahme nicht, dass es einen Bürgerkrieg geben wird." Bush fügte hinzu, er habe mit Vertretern aller irakischen Bevölkerungsgruppen gesprochen. "Ich habe laut und deutlich gehört, dass sie verstehen, dass sie sich für Wiedervereinigung entscheiden, und wir werden ihnen dabei helfen", sagte Bush. Auf die Frage von Journalisten, ob die jüngste Gewalt im Irak die Aussichten für einen Beginn des Abzugs der 136.000 US-Soldaten aus dem Land beeinflusse, ging Bush nicht ein.

Bush hatte zuvor angesichts der Gewalt an die Adresse der Iraker gerichtet gesagt: "Zur Wahl stehen Chaos oder Einheit." Der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, warnte, der Golfstaat stehe unverändert am Rande eines Bürgerkriegs.

Sinkende Umfragewerte

Bush ist mit deutlich sinkenden Umfragewerten konfrontiert. Die Zustimmung der US-Bürger zu seiner Amtsführung erreichten einer Umfrage von CBS zufolge einen neuen Tiefstand. Nur noch 30 Prozent nach zuvor 37 Prozent der Befragten unterstützen zudem seine Politik im Irak.

Zu ABC sagte Bush, das Auf und Ab in den Umfragen sei es nicht wert, sich Sorgen zu machen. "Ich habe ausreichend Kapital, und ich benutze es, um Freiheit zu verbreiten und das amerikanische Volk zu beschützen", sagte er kurz vor seiner Abreise nach Indien und Pakistan. Am Mittwoch wird Bush in Neu-Delhi erwartet. (APA/Reuters)

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