Bösendorfer bekommt neuen Dirigenten

17. März 2006, 15:37
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Neben dem Verkauf der Wiener Klavierfabrik schlägt auch Geschäftsführer Manfred Aichinger den Klavierdeckel zu und verlässt das Unternehmen

Wien - Nicht nur wird die Wiener Klavierfabrik Bösendorfer, Enkeltochter der Gewerkschaftsbank Bawag P.S.K. verkauft, auch ihr Geschäftsführer, Manfred Aichinger, schlägt Ende März den Klavierdeckel zu und verlässt das Unternehmen. Der Ex-Chef der ehedem Bawag-eigenen Papierfabrik Steyrermühl ist drei Jahre lang am Dirigentenpult gestanden und gehe "in vollem Einvernehmen", verlautet dazu aus der Bawag.

Gespräche mit seinem potenziellen Nachfolger (gesucht wurde temporär per Headhunter) laufen bereits. Er wird das Unternehmen gemeinsam mit Renate Zartler-Schwob führen, einer Bawag-Beteiligungsmanagerin, die schon bisher als zweite Geschäftsführerin agiert hat.

Der neue Manager soll in erster Linie die Verhandlungen mit den Kaufinteressenten führen, deren Zahl sich laut Bawag-Bankern "von Tag zu Tag erhöht". Einer von ihnen soll auch Rudolf Arlt sein, der bei Bösendorfer von 1998 bis 2003 den Taktstock geschwungen hatte (die Bawag hat die Klavierfabrik 2001 um 20 Mio. Dollar gekauft). Seine Karten sind aber nicht überragend gut: Arlts Abschied aus dem Bawag-Reich war von bösen Misstönen begleitet.

Mehr als ungewiss ist auch, ob der erste deklarierte Kaufinteressent, der Ennser Klavierbauer Bruno Weinberger, an die Tasten kommen wird: Die Eigenkapitaldecke seines Unternehmens soll nicht wintertauglich sein. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.3.2006)

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