A1 bastelt unter 0680 an Diskont-Handy

29. März 2006, 11:21
128 Postings

Mobilkom prüft Start einer Billig-Schiene - Branchenprimus will verhindern, dass Yesss und Tele2UTA Billigtelefonierer im Duett einsammeln

Der rege Zulauf zu den Handy-Diskontern lässt auch A1-Mobilkom nicht kalt. Unter der Vorwahl 0680 laufen beim Marktführer auf Hochtouren Vorbereitungen für den Aufbau einer Billigschiene, die insbesondere verhindern soll, dass Yesss (One) und Tele2UTA das Gros der Billigtelefonierer im Duett einsammeln.

Start

Wann die neue Diskontschiene starten soll, darüber mag man bei A1 naturgemäß nichts sagen. Man hält sich bedeckt und versucht, die nervöse Hektik herunterzuspielen. Man habe die Vorwahl 0680 nicht beantragt, sondern seinerzeit mit Funklizenzen, Frequenzen und Equipment mit übernommen, als die spanische Telefonica ihre Zelte in Österreich abgebrochen habe, heißt es.

Auf Halde

Jetzt könnte diese auf Halde liegende Vorwahlnummer freilich sehr nützlich sein, gilt es doch, den sehr aggressiv auftretenden Konkurrenten, die bereits mehrere hunderttausend Kunden in ihre Netze gelockt haben, ein Billigprodukt entgegenzuhalten. "Wir behalten sie für den Fall des Falles, man muss gerüstet sein", lässt Mobilkom-Chef Boris Nemsic wissen.

Angst

Hintergrund für die Aktivitäten dürfte wohl die Angst sein, dass der Tele.ring-Kauf durch T-Mobile am Widerstand der EU-Kommission scheitert. In dem Fall würde eine eigenständige Tele.ring wohl wieder aggressiver auf dem Markt auftreten als in den vergangenen Monaten und den intensiven Preiskampf weiter anheizen. Gelingt T-Mobile Austria die Telering-Übernahme doch, verfügt der zweitgrößte Mobilfunker des Landes über einen hauseigenen Preisdrücker, den er noch intensiver in die Diskont schiene schicken könnte, als dies bisher der Fall war. Noch nicht entschieden wurde in der Mobilkom, ob man neben A1 – eine der wertvollsten und stärksten Marken, die es in Österreich gibt – tatsächlich eine zweite, eigene Billigmarke etablieren soll.

Diskussionen

Darüber wird laut Insidern intern heftig diskutiert. Dafür spricht, dass das Billig-Handy klar abgegrenzt von der Hauptmarke positioniert werden könnte und die Marke A1 nicht Gefahr laufen würde, durch ein Low-Cost-Produkt beschädigt zu werden. Dagegen spricht, dass der Aufbau einer zweiten Marke nicht nur Einmalkosten verursacht, sondern auch die laufenden Marketing- und Administrationskosten erhöht. Außerdem sei mittlerweile auch das Wertkartenhandy B-free eine starke Marke geworden, die man sich tunlichst nicht kannibalisieren will. (Luise Ungerböck, DER STANDARD Printausgabe, 1. März 2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mobilkom-Chef Nemsic

Share if you care.