Erstmals Vogelgrippe bei Katze festgestellt

1. März 2006, 15:45
145 Postings

Auf deutscher Insel Rügen - Katzenhalter sollen Katzen einsperren, Hunde an die Leine genommen werden

Berlin - Das Vogelgrippevirus ist zum ersten Mal in Deutschland auf ein Säugetier übergesprungen: Das Friedrich-Loeffler-Institut hat das Virus bei einer von der Insel Rügen stammenden toten Katze festgestellt. Wie das Institut am Dienstag auf der Insel Riems mitteilte, wurde die Katze vergangenes Wochenende an dem Ort gefunden, an dem die meisten Wildvögel starben. Katzenhalter wurden von den Behörden aufgefordert, ihre Tiere einzusperren. Hunde sollen in den Schutzzonen an die Leine genommen werden.

Noch keine Menschen durch Katzen angesteckt

Ob das verendete Tier an der potenziell auch für den Menschen gefährlichen, hochpathogenen Variante des H5N1-Virus starb, wird noch untersucht. Es ist seit längerem aus Asien bekannt, dass Katzen sich mit dem Virus anstecken könnten, wenn sie infizierte Vögel fressen, wie Instituts-Leiter Thomas Mettenleiter mitteilte. Eine Ansteckung von Menschen durch infizierte Katzen sei bisher aber noch nicht nachgewiesen worden.

Maßnahmen verschärft

Nach Bekanntwerden der ersten Infektion eines Säugetiers mit dem H5N1-Virus in Europa hat Bayern noch am Dienstag die Vorsorgemaßnahmen verschärft. In den Sperrbezirken müssen Katzen ab sofort im Haus bleiben und Hunde angeleint werden, in den Beobachtungsgebieten wird es empfohlen.

Die seuchenrechtlichen Vorsorgemaßnahmen gelten demzufolge in den Schutzzonen Bayerns und Baden-Württembergs gleichermaßen, "um den Gleichklang der Schutzmaßnahmen der beiden süddeutschen Länder fortzuführen". Ein abgestimmtes Vorgehen beider Länder war bereits mit der Ausweisung des gesamten Bodensee-Nordufers als Beobachtungsgebiet begonnen worden, das auch Teile des bayerischen Landkreises Lindau umfasst. Auch hier wird jetzt den Haltern empfohlen, Katzen im Haus zu halten und Hunde anzuleinen. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.