Auszucken

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Ein zeitweiliger Verlust der Contenance

In unserer Serie "Wörter und was mit ihnen gemeint ist" widmen wir uns heute dem beliebten Ausdruck "auszucken". Um dieses Wortexemplar etymologisch, psycholinguistisch, soziologisch und geographisch zu erschließen, gehen wir nach Schema F vor und geben dem p.t. Leser folgende Hausaufgaben auf:

1) Was meinen Sie denn damit, wenn Sie behaupten, diese oder jene Person sei "ausgezuckt"? Keine schwammigen Andeutungen bitte, sondern eine messerscharf präzise Schilderung dessen, was wirklich los war, als Ihr Mann, Ihre Frau, Ihr Chef, Ihre Untergebenen, Ihr Hamster oder Sie selbst das letzte Mal ausgezuckt sind.

2) Ist "auszucken" für sie gleichbedeutend mit "ausrasten", "ausklinken", "ausflippen"? Oder hat "auszucken" eine Spezial- und Sonderbedeutung, die sie in den anderen erwähnten Wörtern nicht finden?

3) Sie werden in der Millionenshow gebeten, die Wörter (A) auszucken (B) ausklinken, (C) ausflippen und (D) ausrasten nach der Reihenfolge ihres ersten massenhaften historischen Auftauchens im Alltagsdiskurs zu ordnen, das älteste zuerst. Was ist Ihre persönliche Lösung? (Vorsicht: Eine objektiv richtige Antwort gibt es nicht!)

4) Fleißaufgabe: Steuern Sie sonstige heitere Assoziationen und Inspirationen zum Thema "Auszucken" bei. An die Arbeit, Leser! Und wie immer: Nicht voneinander abschreiben, und nicht die Contenance verlieren!

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an
christoph.winder@
derStandard.at
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