Deutschland im Klassiker auf Sieg-Suche

1. März 2006, 22:41
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Gegen Italien in Florenz soll der erste Erfolg gegen einen Großen seit sechs Jahren gelingen - Zahlreiche Testmatches am Mittwoch

Wien - 100 Tage vor der WM im eigenen Land will die deutsche Nationalmannschaft nach fünf Jahren Flaute endlich wieder eine der großen Fußballnationen schlagen. Am Mittwochabend trifft das DFB-Team in Florenz auf Italien. Neben dem Gastgeber bestreiten auch alle anderen Favoriten Vorbereitungsspiele für den Höhepunkt des Sportjahres. So testet etwa Titelverteidiger Brasilien in Russland, England empfängt an der Anfield Road in Liverpool Uruguay.

Das Austria Wien-Duo Mario Tokic und Joey Didulica steht im Teamkader Kroatiens, das sich in Basel mit Argentinien misst. Beobachtet wird die Partie vom Technischen Direktor des ÖFB, Willibald Ruttensteiner, der den Kroaten als Österreichs nächstem Testgegner(am 23. Mai in Wien) auf die Beine sehen wird.

Sebastian Mila und Arek Radomski, ein weiteres Gespann des Tabellenführers, reist mit dem polnischen Team nach Kaiserslautern, wo die Partie gegen die USA ansteht. Mit Stepan Vachousek, der im Testspiel gegen die Türkei in Izmir sein Comeback in der tschechischen Nationalmannschaft gibt, und Sigurd Rushfeldt, der mit Norwegen in den Senegal reist, stellen die Violetten noch zwei Internationale ab. Rapid muss in der Vorbereitung auf das Wiener Derby am Sonntag auf Peter Hlinka und Jozef Valachovic verzichten, die mit dem slowakischen Team in St. Denis gegen Frankreich spielen.

Klinsmann will gewinnen

Deutschlands Bundestrainer Jürgen Klinsmann setzt gegen die Italiener in Florenz auf Sieg: "Wir wollen gewinnen und das Spiel nach vorne suchen." Der bisher letzte Sieg gegen eine renommierte Fußball-Nation gelang im Jahr 2000 im Wembley-Stadion gegen England. Gegen Argentinien schaffte man im vergangenen Jahr zwei Unentschieden. Und im November im bisher letzten Länderspiel schrammte die Klinsmann-Truppe mit einem 0:0 in St. Denis knapp an einem Sieg gegen Frankreich vorbei.

Für Italiens "Mister" Marcello Lippi beginnt nun die Zeit der Experimente, um eine Alternative für den verletzten Francesco Totti (Wadenbeinbruch) zu finden, sollte der Fall eintreten, dass der Roma-Kapitän bis Juni doch nicht fit werde sollte. Mit Alessandro Del Piero stünde adäquater Ersatz aber eigentlich bereit. Mit AC Milans Gennaro Gattuso fehlt ein weiterer Stammspieler im Mittelfeld, Gianluigi Buffon steht dagegen nach der Genesung von einger Schulterverletzung erstmals seit mehreren Monaten wieder im Aufgebot.

Brasilien mit Tormann-Problem

Brasiliens Carlos Alberto Parreira warnt zu Beginn der heißen Vorbereitungsphase vor Übermut im Camp des Fünffach-Champs: "Das wird eine ganz schwierige WM. Vor allem für uns, weil die ganze Welt verhindern will, dass Brasilien den sechsten WM-Titel holt." Gegen Russland fehlt Ronaldinho, der im Champions-League-Spiel des FC Barcelona bei Chelsea eine Knöchelverletzung erlitten hatte. Nach Stammkeeper Dida und Ersatzmann Julio Cesar fällt nun auch der dritte Tormann Marcos verletzt aus. Immerhin erhält der brasilianische Verband von den Russen mit 1,5 Millionen US-Dollar (1,266 Mio. Euro) die höchste Antrittsgage seiner Geschichte.

Weltmeister-Leiberln für England

Mit Kapitän David Beckham und neuem Outfit beginnt England in Liverpool gegen Uruguay. "Mein Rücken ist in Ordnung. Ich hatte leichte Schmerzen", berichtete der Mittelfeldstar von Real Madrid am Montag in London, wo die "Three Lions" mit neuen roten Trikots ausgestattet wurden, die die WM-Trikots von 1966 zu Vorbild haben. Beckham hatte sich bei der 1:2-Niederlage in der spanischen Primera Division am Sonntag bei RCD Mallorca am Rücken verletzt und war ausgewechselt worden. "Meinem Einsatz steht nichts im Wege", betonte Beckham.

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    England setzt auf dem Weg nach Deutschland auf ein Motto, dass schon die Beatles in einem Song propagierten.

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    Bei Italiens Routiniers Ciro Ferrara, Luigi Buffon und Christian Vieri läuft vor der Deutschland-Partie zumindest der Schmäh offenbar schon recht gut.

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    Deutschlands Nationaltrainer Jürgen Klinsmann hofft, dass seinem Team in Florenz ein Licht aufgeht und endlich wieder ein Erfolg gegen eine große Fußballnation gelingen möge.

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