Richtig lüften ist einfach: Kurz, oft und intensiv

Redaktion
2. März 2006, 13:23
  • Beim Lüften gelangt trockene Luft in den Raum und feuchte Luft entweicht nach draußen. Nach dem Schließen der Fenster ist die gewünschte Raumtemperatur schnell wieder erreicht.
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    Beim Lüften gelangt trockene Luft in den Raum und feuchte Luft entweicht nach draußen. Nach dem Schließen der Fenster ist die gewünschte Raumtemperatur schnell wieder erreicht.

Systematisches Lüften verringert die Heizkosten - Je schneller die Feuchtigkeit nach draußen wandert, desto besser

Wer im Winter richtig lüftet, kann Heizkosten sparen, durch das Abführen der Feuchtigkeit Schimmel vorbeugen und durch Sauerstoffzufuhr die Luftqualität heben. Richtig lüften ist denkbar einfach - wenn man ein paar Regeln beachtet.

Statt Kippen Fenster ganz aufmachen

Stoß- oder Querlüften ist besser als Fenster kippen: Mehrmals am Tag alle Fenster ganz aufmachen, kurz durchlüften und nach wenigen Minuten Fenster wieder schließen. Gekippte Fenster auf längere Zeit kühlen vor allem die Wände und den Fensterbereich zu sehr ab. Die Fenster nicht länger als 15 Minuten offen halten; je kälter die Außentemperatur, desto kürzer kann gelüftet werden.

Sauerstoff muss rein

Maßstab für die Raumluftqualität ist der CO2-Gehalt in der Luft. CO2-reiche Luft beeinträchtigt konzentriertes Arbeiten. Kopfweh und Müdigkeit sind typische Folgen von schlechter Luft. Sauerstoffreiche Frischluft kann auch Schadstoffe von z.B. Einrichtungsgegenständen und Haushaltschemikalien abbauen.

Frischluft erwärmt sich schneller

Trockene Luft erwärmt sich schneller als feuchte Luft. Beim Lüften gelangt trockene Luft in den Raum und feuchte Luft entweicht nach draußen. Nach dem Schließen der Fenster ist die gewünschte Raumtemperatur schnell wieder erreicht. Das senkt den Energieverbrauch.

Kurz ist besser als lange lüften

Je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Bei kürzeren Lüftungen geht die Feuchtigkeit nach draußen, aber die gespeicherte Wärme bleibt in den Wänden. Bei Dauerlüftung kühlen die Räume unnötig aus und viel Wärme geht verloren.

Die Luft kühlt an den kalten Flächen ab und der Wasserdampf setzt sich dann an Fensterscheiben, Wänden und vor allem Ecken in Form von Kondenswasser-Tropfen ab. Dadurch kann es sogar zu Schimmelbefall kommen.

Je mehr Personen, desto häufiger lüften

Menschen, Tiere und Pflanzen erzeugen ständig Feuchtigkeit, die sie nach außen abgeben. Je mehr Bewegung und je mehr Personen im Haus sind, desto öfter muss gelüftet werden. Jeder Bewohner setzt selbst etwa 0,5-2 Liter Wasser am Tag ab.

Je schneller die Feuchtigkeit nach draußen wandert, desto besser

Vermeiden Sie unnötige Feuchtigkeit in der Wohnung. Beim Duschen, Baden und Kochen steigt die Raumluftfeuchte stark an. Bei beschlagenen Fensterscheiben sollte sofort gelüftet werden. Denn beim Lüften gelangt trockene Luft von draußen in den Raum. Sie nimmt die Feuchtigkeit in den Räumen auf und führt sie nach außen ab.

Das gilt auch für das Schlafzimmer. Wird gleich nach dem Aufstehen gelüftet, ist die Feuchtigkeit noch nicht so stark in Wände und Möbel eingedrungen und kann leicht abgeführt werden. Wenn erst am Abend gelüftet wird, sind längere Lüftungszeiten erforderlich.

Lüften auch bei Regenwetter

Auch bei Regen sollte gelüftet werden, um die Feuchtigkeit aus dem Raum abzuführen.

Türen von kalten und feuchten Räumen geschlossen halten

Damit die Feuchtigkeit nicht in der gesamten Wohnung verteilt wird, sollten Badezimmer- und Küchentür, aber auch ungeheizte Räume geschlossen bleiben. Kalte Räume sollen nicht durch offene Türen mitgeheizt werden, der Wasserdampf aus den wärmeren Räumen würde sich als Kondenswasser an den kälteren Oberflächen im nicht beheizten Raum absetzen.

Temperaturunterschiede von mehr als 4-5°C in der Wohnung sollten vermieden werden. Auch unbenutzte Räume sollten temperiert werden.

Problem Wäschetrocknen

Wäsche im Innenraum trocknen ist immer ein Feuchte- und häufig ein Schimmelproblem. Die Fachleute sind sich einig: Kein Wäschetrocknen in Wohnräumen. Leider gibt es für die meisten Stadtbewohner überhaupt keine andere Möglichkeit als die Wäsche dauerhaft im Wohnraum zu trocknen.

Grundsätzlich gilt: Wer keine andere Wahl hat, als seine Wäsche in der Wohnung zu trocknen, soll sie mit etwas Abstand vor den Heizkörper hängen, aber keinesfalls auf den Heizkörper. In jedem Fall sollte noch häufiger gelüftet werden. Einige Energieexperten raten sogar zum gekippten Fenster während der Trocknungszeit, um die höhere Luftfeuchtigkeit gleich abzuführen. Andere halten in einem solchen Fall sogar einen Wäschetrockner - den größten Energievergeuder im Haushalt nach dem Kühlschrank - für vertretbar.

Heizungsthermostat beim Lüften auf Null stellen

Wenn kalte Luft beim Lüften eindringt, heizt der Heizkörper während des Lüftens mit erhöhter Leistung nach, um das Absinken der Temperatur zu verhindern. Dabei werden Heizkosten verursacht und Energie vergeudet. Deshalb den Thermostat vor dem Lüften unbedingt abdrehen.

Kontrolle mit Hygrometer

Mit einem Hygrometer kann die relative Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden. Die relative Feuchte der Raumluft sollte in der Heizperiode zwischen 40 und 60 Prozent liegen, um Kondenswasserschäden vorzubeugen.

Je besser die Dämmung, desto mehr lüften

Je dichter die Fenster sind und je besser gedämmt das Haus ist, desto mehr muss gelüftet werden, um Feuchtigkeitsschäden durch Kondenswasser zu vermeiden. (red)

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5 Postings
Ratgeber zum Thema

Das Thema ist mehr als komplex, deswegen kann in der Community nur ein guter ÜBerblick geboten werden.

würde witerführend folgende infoseiten empfehlen:
www.trockeneluft.at

und die broschüre "wie lüfte ich richtig":
http://www.wdaustria.com/bestellfo... tgeber.htm

dieser artikel beschreibt ein wichtiges problem nicht.

kalte luft kann weniger feuchtigkeit aufnehmen als warme. im winter wird kalte luft aufgewärmt; dadurch SINKT der relative feuchtigkeitsgehalt der luft: dh, die luft in aufgeheizten räumen ist tendenziell SEHR TROCKEN. das wohlbefinden leidet aber darunter -juckreiz durch trockene haut und durch höhere staubbelastung da dieser nicht so gut gebunden werden kann.
das beschriebene kondesn- und schimmelproblem entsteht bei KÄLTEBRÜCKEN, dh. wenn ein bauteil kälter ist als er eigtl. sein sollte (schlechte isolierung). dann kühlt sich nämlich die luft ab und kann nicht mehr soviel feuchtigkeit aufnehmen.
vollkommen dichte räume müssen schon deshalb regelmässig gelüftet werden, weil man ohne frischluft nicht existieren kann! ;)

trockene luft erwärmt sich schneller als feuchte?

so ein schwachsinn. wer die physikstunden in der schule nicht komplett verschnarcht hat, sollte mitgekriegt haben, dass luft verglichen mit wasser, eine eher bescheidene wärmeleitfähigkeit aufweist. kochen wäre andernfalls eine eher schmerzhafte abgelegenheit.
wer das erwärmungsverhalten der luft in abhängigkeit ihrer feuchtigkeit live erleben möchte, kann sich ja mal einen saunabesuch antun und den aufguss abwarten :-)

das stimmt schon...

...daß die Wärmeleitfähigkeit feuchter Luft besser ist, als die trockener Luft. Aber hier geht es um die Wärmemenge, die aufgenommen werden muß, damit die Raumluft die gewünschte Temperatur erreicht. Und bei feuchter Luft brauche ich mehr Wärmezufuhr, um den Raum wieder aufzuheizen, als bei trockener Luft, weil ich ja das Wasser auch noch mit erwärmen muß.

Kondenswasser - lüften - Fensterheizung

Trotz lüften (automatisch mit Schaltuhr) hatte ich immer Kondenswasser an den Dachfenstern und Fassadenfenstern! Bei einer Luftfeuchtigkeit 45 - 55%. Doch mit lüften alleine geht es nicht weg! Ich habe mir die T-Stripe Fensterheizungen einbauen lassen. Damit habe ich in Kombination mit dem lüften kein Kondenswasser mehr an den Fenstern!!! Kann ich allen die mit lüften alleine das Problem nicht in den Griff bekommen empfehlen!!!

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