Chirac bekräftigt das Recht des Iran auf friedliche Atomnutzung

3. März 2006, 13:10
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"Nichtverbreitung von Atomwaffen einhalten"

Paris/Tokio/Peking - Der französische Präsident Jacques Chirac hat im Gespräch mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan das Recht des Irans auf eine friedliche Nutzung der Kernenergie bekräftigt. Entscheidend sei, dass dabei die erforderliche Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen eingehalten werde, sagte Chirac am Dienstag in Paris zu dem Streit um das iranische Atomprogramm. Paris werde sich auf die Empfehlungen des Berichts der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO/IAEA) zum Iran stützen. Es gehe allen darum, in internationaler Übereinstimmung den Mittleren Osten frei von Atomwaffen zu halten, erläuterte Chirac.

Der iranische Außenminister Manushehr Mottaki hatte zuvor bei einem Besuch in Japan das Recht seines Landes auf eine friedliche Nutzung der Atomenergie bekräftigt. Zugleich betonte Mottaki nach einem Gespräche mit Ministerpräsident Junichiro Koizumi am Dienstag in Tokio, der Iran sei gegen Atomwaffen. Er verwies darauf, dass die Internationale Atomenergiebehörde in einem neuen Bericht keinen Beweis dafür gefunden habe, dass das iranische Atomprogramm eine Waffenproduktion zum Ziel habe.

Aufforderung an Koizumi

In dem Bericht heißt es aber auch, die IAEO könne nicht sicher sagen, "dass es keine nicht deklarierten Nuklearmaterialien oder -aktivitäten im Iran gibt". Der elfseitige Bericht wurde von IAEO-Direktor Mohamed ElBaradei für eine Sitzung des IAEO-Gouverneursrats am 6. März vorbereitet.

Mottaki sagte, er habe Koizumi gebeten, japanische Firmen zur Teilnahme am Bau von zehn bis 15 Atomkraftwerken im Iran zu ermutigen. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete, sucht der Iran nach Angaben Mottakis nach einem geeigneten Standort für ein geplantes Joint-Venture mit Russland für die Urananreicherung. Das russische Angebot würde das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in das iranische Atomprogramm stärken, sagte Mottaki den Angaben zufolge am Dienstag bei einem Treffen mit dem japanischen Handelsminister Toshihiro Nikai in Tokio. Nikai forderte Mottaki auf, wie von der IAEO gefordert alle Arbeiten zur Urananreicherung einzustellen.

In Gesprächen mit dem chinesischen Vizeaußenminister Lu Guozheng betonten iranische Regierungsvertreter nach Angaben aus Peking vom Dienstag, dass sie den Streit über das Atomprogramm innerhalb der IAEO lösen wollten. Außenamtssprecher Liu Jianchao sagte, Lu sei in der vergangenen Woche in Teheran mit Präsident Mahmud Ahmadinejad und dem Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Ali Larijani, zusammengetroffen. Die iranische Seite habe erklärt, sie sei zur weiteren Zusammenarbeit mit der IAEO bereit. (APA/dpa/AP)

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