Hu kritisiert "gefährlichen Schritt" Taiwans

9. März 2006, 14:20
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Chinesischer Staats- und Parteichef: Festhalten an "friedlicher Wiedervereinigung"

Peking - Der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao hat dem taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-bian eine "ernsthafte Provokation" vorgeworfen, nachdem dieser ein Beratungsgremium für die Wiedervereinigung mit Festlandchina suspendieren ließ. "Es ist ein gefährlicher Schritt auf dem Weg zur Unabhängigkeit Taiwans", sagte Hu am Dienstag nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens. Zugleich versicherte der Staats- und Parteichef bei einem Treffen mit dem Schweizer Verteidigungsminister Samuel Schmid in Peking, dass die Volksrepublik China weiterhin die "friedliche Wiedervereinigung" mit Taiwan anstrebe.

Die Taiwan-Büros der chinesischen Regierung und der Kommunistischen Partei warfen dem taiwanesischen Präsidenten ein "Spiel mit Worten" vor. "Seine wahre Absicht ist, die taiwanesische Öffentlichkeit und die Welt zu täuschen", hieß es. In den staatlichen Medien war meist von "Abschaffung" des Rates die Rede. Die englischsprachige Pekinger Zeitung "China Daily" sah einen "ersten Schritt" in Richtung Unabhängigkeit. Chen habe sein bei seinem Amtsantritt 2000 gegebenes Versprechen gebrochen, den (1990 errichteten) "Wiedervereinigungsrat" nicht aufzulösen. Das chinesische Außenministerium hat dem Präsidenten Taiwans vorgeworfen, er gefährde mit seinen Unabhängigkeitsbestrebungen den Frieden und die Stabilität in der Asien-Pazifik-Region. (APA/dpa)

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