Erstmals H5N1-Fälle in Bayern nachgewiesen

2. März 2006, 16:57
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Tote Vögel sind südlich von München gefunden worden - Infizierte Tiere auch in Schweden

Die Vogelgrippe hat als fünftes deutsches Bundesland Bayern erreicht. Bei zwei Wildvögeln in Südbayern sei das Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen worden, teilte das Umweltministerium am Dienstag in München mit. Auch Schweden meldete am Dienstag die ersten H5N1-Infektionen bei Wildvögeln. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte, der Erreger habe sich im Februar so rasch wie nie zuvor in weltweit 17 neue Länder verbreitet.

Sperrbezirke

Bei den beiden bayerischen Funden handelt es sich um einen Höckerschwan und eine Stockente, wie Landesumweltminister Werner Schnappauf (CSU) am Mittag berichtete. Nach Polizeiangaben wurden die beiden toten Vögel im oberbayerischen Sachsenkam nahe Bad Tölz und im Bereich Lagerlechfeld in Schwaben gefunden worden. Im Umkreis von drei Kilometern um die beiden Fundorte seien umgehend Sperrbezirke eingerichtet worden, betonte Schnappauf. Der Umkreis von zehn Kilometern gelte als Schutzzone. Die Behörden rechnen mit weiteren Funden.

Die Untersuchungsergebnisse für insgesamt fast 30 tote Vögel, die um Lindau am bayerischen Teil des Bodensees gefunden wurden, sollen bis Mittwoch vorliegen. Am baden-württembergischen Teil des Bodensees sind bislang drei Vogelgrippefälle bei Wildvögeln registriert worden. In beiden Regionen ging die Suche nach Kadavern weiter. Feuerwehr, Polizei und Gemeindemitarbeiter suchen das Seeufer und das Wasser ab.

Unterdessen wurden in Mecklenburg-Vorpommern erneut zwei mit dem Vogelgrippevirus H5N1 infizierte Wildvögel entdeckt. Die Zahl der registrierten Vogelgrippefälle ist damit allein in Mecklenburg-Vorpommern auf 121 gestiegen, bundesweit gibt es etwa 130 Fälle.

Schweden: H5N1 bei toten Wildvögeln nachgewiesen

In Schweden wurde H5N1 bei zwei toten Wildvögeln nachgewiesen, wie die zuständigen Behörden am Dienstag in Stockholm mitteilten. Die Wildvögel seien nahe der Ostsee-Küstenstadt Oskarshamn im Südosten des Landes entdeckt worden. Agrarministerin Ann-Christin Nykvist wollte sich am Nachmittag dazu äußern.

Trotz hoher Ansteckungsgefahr unter Vögeln sei das Virus nach wie vor nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar, betonte die WHO in Genf. Seit Dezember 2003 seien weltweit 173 Infektionen bei Menschen bekannt geworden, 93 Patienten seien gestorben. Kein einziger Fall stehe in Zusammenhang mit dem Verzehr ausreichend gekochten Geflügels. (APA/dpa)

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