Styrian Airways mit Umsatzeinbruch

22. März 2006, 14:57
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Geplante Passagierzahl fast erreicht, aber Millionenverluste durch "Sonderfaktoren" - Umsatzziele im Jänner 2006 übertroffen

Klagenfurt - Die Regionalfluglinie Styrian Airways, an der sich das Land Kärnten mit drei Mio. Euro beteiligt hat, litt im vergangenen Jahr unter starken Einnahmeneinbrüchen. Wie aus einem Zwischenbericht der Fluglinie an das Land hervorgeht, wurden die Ertragsziele bei weitem nicht erreicht. Die Styrian Airways macht dafür "Sonderfaktoren" verantwortlich.

Erst Anfang Februar war bei einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalaufstockung von sechs bis zehn Mio. Euro beschlossen worden, die Zeichnungsfrist läuft bis 3. März. Wie viel Verlust die Linie im Vorjahr geschrieben hat, wurde nicht bekannt gegeben.

Positives Bild für laufendes Jahr

Für das laufende Jahr zeichnet Vorstand Andreas Rösslhuber ein positives Bild. So seien im Jänner die Passagierzahlen um vier Prozent über Plan gelegen, auch die Buchungen für Februar und März seien "zufrieden stellend". Für 2005 sieht die Sache etwas anders aus. Da heißt es: "Die Erlösseite im Jahr 2005 gestaltete sich schwierig und damit unzufriedenstellend." Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich. So habe sich die öffentliche Insolvenzdiskussion im Zusammenhang mit dem gescheiterten Einstieg der Grazer Stadtwerke und die daraus resultierende negative Berichterstattung mit einem Umsatzminus von drei Mio. Euro niedergeschlagen.

Die Verbindung Graz-Stuttgart ist laut Rösslhuber von Passagierrückgängen gekennzeichnet, sollte sich dieser im laufenden Jahr fortsetzen, müsste die Streichung einer der bisher drei täglichen Frequenzen ins Auge gefasst werden. Der Mindererlös auf dieser Strecke wird mit zwei Mio. Euro beziffert. Ebenso hoch war der Mindererlös durch den verzögerten Anlauf der Strecke Salzburg Zürich. Diese Linie entwickle sich aber positiv, die Gesellschaft überlegt den Einsatz eines größeren Geräts.

Sorgenkind Strecke nach Berlin

Sorgen macht den Verantwortlichen auch die Strecke nach Berlin, die Passagierzahlen werden als "unbefriedigend" bezeichnet. Auch die Verbindung von Klagenfurt nach London bereitet dem Vorstand offenbar Kopfzerbrechen. So heißt es in dem Bericht: "Die London-Strecke wird durch verstärkte Aktivitäten mit Reiseveranstaltern belebt. Zusätzlich muss auf Grund der sehr schwachen erzielbaren Durchschnittserlöse das Service auf dieser Strecke deutlich reduziert werden. Eine zusätzliche Bedrohung ergibt sich durch die Aufnahme der Verbindung Luton-Laibach durch den Low-Cost-Carrier Wizz Air im Mai 2006."

Zu den Turbulenzen auf diversen Linien kamen noch Mehrkosten, allein beim Treibstoff machten diese 800.000 Euro aus. Statt 71.000 Euro an Zinsen aus Betriebsmittelkrediten wie budgetiert mussten 400.000 Euro Zinsen gezahlt werden, weil statt 1,34 Mio. gleich vier Mio. Euro benötigt wurden. Zu schaffen machte der Fluglinie zudem der gestiegene Dollar. Das Jahr 2005 war mit einer Währungsparität von 1,3 Dollar zu einem Euro geplant worden, der Kurs fiel jedoch auf 1,17. Sowohl Leasingraten als auch Wartung und Ersatzteile verteuerten sich entsprechend, Kreditlinien zur Absicherung von Währungsrisiken standen erst in der zweiten Jahreshälfte zur Verfügung. (APA)

  • Für das laufende Jahr zeichnet Vorstand Andreas Rösslhuber (im Bild) ein positives Bild.
    foto: standard/styrian

    Für das laufende Jahr zeichnet Vorstand Andreas Rösslhuber (im Bild) ein positives Bild.

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