Blondinen bevorzugt

2. März 2006, 13:25
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Sexologische Evolutionstheorie zur Haarfarbe

London - Die Haarfarbe blond habe sich in der Evolutionsgeschichte des Menschen erst in der Eiszeit entwickelt, behaupten britische WissenschafterInnen im Fachmagazin "Evolution and Human Behavior" - als Reaktion auf einen sexuellen Selektionsdruck.

Harsche Eiszeitverhältnisse in Nordeuropa hätten Nahrungsmittelknappheit verursacht, die wiederum zu immer gefährlicheren Großtierjagden führte, bei denen zahlreiche Männer den Tod fanden, schildern die ForscherInnen der Universitäten St. Andrews in Schottland und Central Lancashire in England die damaligen Bedingungen. Durch die große Überzahl an Frauen sei ein "starker Druck der sexuellen Selektion" entstanden, erklärte der Anthropologe und Studienleiter Peter Frost. "Ein mögliches Ergebnis war das Auftreten ungewöhnlicher Farben der Haare" - um Männern mehr aufzufallen.

Dies sei auch der Grund, warum Haar- und Augenfarben in anderen, von der Eiszeit nicht so stark betroffenen Teilen der Welt eher einförmig seien. Die sexologische Farbthese wird durch eine separate Untersuchung nordeuropäischer Gene durch drei japanische Universitäten gestützt. Diese kamen zum Schluss, dass die genetische Mutation, die zu blonden Haaren in Nordeuropa führte, vor etwa 11.000 Jahren eingesetzt habe. Allein - laut WHO werde es in gut 200 Jahren keine naturblonden Haare mehr geben: weil der Genpool dafür immer mehr schrumpfe. (DER STANDARD, Printausgabe 28.02.2006)

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