Abgeordnete übernachten aus Angst im Parlament

5. März 2006, 19:54
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Parlamentarier wollen ihrer Festnahme entgehen - "Es ist wie bei Big Brother"

Manila - In den Philippinen haben fünf linksgerichtete Abgeordnete im Parlamentsgebäude übernachtet, um ihrer drohenden Verhaftung zu entgehen. "Es ist wie bei 'Big Brother'", sagte einer von ihnen, der Abgeordnete Teodoro Casino, am Dienstagmorgen einem örtlichen Fernsehsender. Dem Abgeordneten Satur Ocampo zufolge warnte der philippinische Justizminister Raul Gonzalez die Gruppe, dass sie festgenommen werde, sobald sie das Parlament verlasse; Haftbefehle würden schon vorbereitet. Den Abgeordneten droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Sie müssen sich wegen eines versuchten Staatsstreiches gegen Präsidentin Gloria Arroyo verantworten.

Die Regierung in Manila geht seit Tagen hart gegen mutmaßliche Umstürzler vor. Am Montag hatten die Behörden gegen 16 Oppositionspolitiker und Abgeordnete Anzeige wegen eines versuchten Staatsstreiches erstattet. Unter den Abgeordneten waren auch die fünf, die über Nacht im Parlament Zuflucht suchten. Einen von ihnen hatte die Polizei am Montag festgenommen, dann aber auf Bitten von Parlamentspräsident Jose de Venecia an das Abgeordnetenhaus übergeben.

Die Parlamentarier hatten sich in den vergangenen Wochen an Demonstrationen gegen Präsidentin Arroyo beteiligt und deren Absetzung verlangt. Arroyo hatte am Freitag den Ausnahmezustand über den Inselstaat verhängt. (APA)

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