Japans Produktion im Jänner weiter gestiegen

16. März 2006, 15:53
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Japans Industrieunternehmen bekommen die wirtschaftliche Erholung des Landes deutlich zu spüren

Tokio - Japans Industrieunternehmen bekommen die wirtschaftliche Erholung des Landes deutlich zu spüren. Wie die Regierung am Dienstag bekannt gab, stieg die Industrieproduktion im Jänner um 0,3 Prozent zum Vormonat und damit im sechsten Monat in Folge. Das ist zugleich der am längsten andauernde Produktionszuwachs seit neun Jahren. Die Betriebe im verarbeitenden Gewerbe können sich dank der regen Nachfrage im In- und Ausland über volle Auftragsbücher freuen und investieren verstärkt in neue Maschinen und Fabrikanlagen.

Japans wirtschaftliches Wachstum und steigende Verbraucherpreise nähren die Erwartung, dass die Zentralbank der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt ihre jahrelang auf Deflationsbekämpfung ausgerichtete Nullzins-Politik bis zum Jahresende beenden wird. In einem ersten Schritt vor einer Anhebung der Zinsen könnte sie laut Analysten möglicherweise schon im März die in die Wirtschaft gepumpte Liquiditätsschwemme zurückfahren. Als eine Bedingung für ein Ende ihrer äußerst lockeren Geldpolitik sieht die Bank von Japan neben dem Wirtschaftswachstum einen dauerhaften Anstieg der Verbraucherpreise an. Diese waren im November und Dezember um 0,1 Prozent gestiegen.

Die japanische Wirtschaft war im Schlussquartal 2005 dank der gestiegenen Exporte und Konsumausgaben mit einer hochgerechneten Jahresrate von 5,5 Prozent überraschend deutlich gewachsen und hatte damit Europa und die USA übertroffen. Sollte sich der Wachstumstrend bis zum Ende dieses Jahres fortsetzen, wäre es die längste wirtschaftliche Expansionsphase in Japan seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dazu tragen die andauernden Produktionszuwächse bei. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) mitteilte, erwarten die Unternehmen einen weiteren Anstieg im Februar von 0,5 Prozent, gefolgt von einem vorübergehenden Rückgang von 0,7 Prozent in Folge der Routinewartung einiger Chemiefabriken.

Das Wachstum im industriellen Sektor wirkt sich auch auf die Lage am Arbeitsmarkt aus. Im Dezember verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr um 50.000 auf 2,65 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank im Gesamtjahr im Durchschnitt von 4,7 Prozent auf 4,4 Prozent und lag damit so niedrig wie seit 1998 nicht mehr.

Die Unternehmensergebnisse der jüngsten Quartalssaison bestätigen dabei den allerorten zu beobachtenden Konjunkturaufschwung. So haben Konzerne wie Sony, Matsushita und Toshiba ihre Gewinnerwartungen erhöht. Die positiven Meldungen wirken sich auch auf die Aktienbörse in Tokio aus, wo sich der Nikkei-Index für 225 führende Werte bei über 16.000 Punkten auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren hält. (APA)

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