EVN steigerte Umsatz und Ergebnis

10. März 2006, 11:45
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Im ersten Quartal 53 Prozent Umsatzplus auf 548 Millionen Euro - Periodenüberschuss verbesserte sich um 32 Prozent

Wien - Der börsenotierte niederösterreichische Energieversorger EVN konnte im ersten Geschäftsquartal 2004/05 (per 31. Dezember) sowohl Umsätze als auch Ergebnisse deutlich steigern und hat damit die Analystenerwartungen übertroffen. Die Umsatzerlöse zogen um 53 Prozent auf 547,8 (Vorjahresquartal: 358,4) Mio. Euro an, das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte um 19 Prozent auf 87,7 (73,5) Mio. Euro und der Periodenüberschuss stieg um 32 Prozent auf 82,2 Mio. Euro.

Analysten hatten im Vorfeld mit Umsätzen von 519 Mio. Euro, einem EBIT von 82,9 Mio. Euro und einem Überschuss von 73 Mio. Euro gerechnet.

"In einem Umfeld günstigerer Konjunkturprognosen entwickle sich die EVN-Gruppe weiterhin sehr dynamisch", heißt es im Unternehmensausblick. Das gute Ergebnis des 1. Quartals könne auf Grund der starken Saisonalität im Energiegeschäft aber nicht ohne weiteres als Maßstab für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres herangezogen werden.

Anstieg im Gesamtjahr erwartet

"Aufgrund der erstmals zwölfmonatigen Einbeziehung der bulgarischen Tochtergesellschaften, des hohen Erzeugungsniveaus in unseren eigenen Kraftwerken sowie des weiteren Wachstums im Wasser- und Abfallbereich rechnen wir für das gesamte Geschäftsjahr 2005/06 erneut mit einem spürbaren Anstieg der Umsatzerlöse und des operativen Ergebnisses", so EVN-Vorstandsprecher Burkhard Hofer.

Das Finanzergebnis der Gruppe sollte durch die positive Entwicklung der Beteiligungsunternehmen ebenfalls über dem Vorjahresniveau liegen. Damit sei insgesamt mit einer neuerlichen Verbesserung des Jahresergebnisses zu rechnen.

Erlössteigerungen in allen Geschäftsbereichen

In sämtlichen Geschäftsbereichen gab es im ersten Geschäftsquartal 2005/06 Erlössteigerungen, teilte die EVN am Dienstag weiter mit. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 0,49 Euro bzw. 32,1 Prozent auf 2,01 Euro. Einen starken Anstieg gab es bei den Beteiligungsergebnissen. Die Investitionen in erneuerbare Energien wurden erhöht und die Integration der beiden bulgarischen Tochterunternehmen fortgesetzt.

Hauptgründe für die deutliche Umsatzsteigerung um 189,4 Mio. Euro auf 547,8 Mio. Euro im Zeitraum Oktober bis Dezember waren die erstmalige Einbeziehung der beiden seit Jänner 2005 zur EVN-Gruppe zählenden bulgarischen Stromverteilgesellschaften, Zuwächse im Energiegeschäft in Österreich sowie die Ausweitung und das Fortschreiten des Projektgeschäfts im Umweltbereich. Der Umsatzanteil aus den mittel- und osteuropäischen Ländern stieg von 6,1 auf 26,6 Prozent.

Vom operative Ergebnis (EBIT) von 87,7 Mio. Euro entfielen 77,0 Mio. Euro auf das Energiegeschäft. Die Produktionsausweitung sowie höhere Marktpreise führten zu einer entsprechenden Steigerung der Ergebnisbeträge. Trotz mengenmäßiger Steigerungen beim Netzabsatz von Strom und Gas reduzierten sich die Netzbeiträge auf Grund der vom Regulator verordneten Netztarifsenkungen. Höhere Beiträge aus dem Kabel-TV- und dem Telekombereich führten jedoch insgesamt zu einem Anstieg des operativen Ergebnisses der Business-Einheit Netze.

Die durchgeführten Verkaufspreiserhöhungen bei Strom und Gas konnten den erheblichen Anstieg der Energiebeschaffungskosten nicht zur Gänze kompensieren, wodurch das operative Ergebnis des Business Unit Energievertriebs in Österreich um 4,7 Prozent zurückging, so die EVN weiter. Das Segment Umwelt steuerte 9,8 Mio. Euro (-3,5 Prozent) zum EBIT bei, auf das Segment Sonstige entfielen 0,9 Mio. Euro.

Deutlich höheres Finanzergebnis

Deutlich erhöht werden konnte das Finanzergebnis. Dieses lag mit 24,5 Mio. Euro um 12,4 Mio. Euro über dem Vorjahreswert und wurde damit mehr als verdoppelt. Ausschlaggebend dafür war ein Anstieg des Beteiligungsergebnisses um 67,6 Prozent auf 30,8 Mio. Euro.

Zur weiteren Diversifikation des Primärenergiemix werden die Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energieträger erneut intensiviert. 2006 werden insgesamt 65 Mio. Euro in die Errichtung von sechs Fernwärme- und sechs Nahwärmeanlagen auf Biomassebasis investiert. Auch die Stromerzeugungskapazität aus Windkraft wurde stark ausgebaut. Sie wird sich allein zwischen Anfang 2005 und Mitte 2006 von zuvor rund 30 MW auf 110 MW mehr als verdreifachen.

Integration der bulgarischen Stromversorger

Erneut deutlich vorangekommen sei die EVN bei der Integration der beiden im Jänner 2005 mehrheitlich übernommenen bulgarischen Stromversorger ERP Plovdiv und ERP Stara Zagora, die auf die auch in Bulgarien vorgesehenen Marktöffnung vorbereitet werden sollen. Es soll eine moderne, kundenorientierte Außenorganisation geschaffen werden. Der Personalstand soll bis Ende 2007 um rund 1.000 Personen sinken, hauptsächlich durch natürliche Fluktuation. Das Ergebnis der bulgarischen Unternehmen werde somit im laufenden Geschäftsjahr von der notwendigen Restrukturierung geprägt sein. Die EVN lege damit allerdings die Basis für eine positive Entwicklung in kommenden Geschäftsperioden, heißt es.

Zum ersten Mal berichtet die EVN im aktuellen Geschäftsbrief in der neuen Segmentierung, die sich aus der zu Beginn des Geschäftsjahres in Kraft getretenen Änderung der Konzernstruktur ergibt. Mit der Unterteilung in die Segmente Energie, Umwelt und Sonstiges werde ein Maximum an Transparenz geschaffen und den Anforderungen des Kapitalmarktes in optimaler Weise Rechnung getragen, so das Unternehmen. (APA)

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