Rekord-Nettogewinn beschert erfolgreichstes Jahr

30. März 2006, 13:54
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2005 mehr als ein Drittel Zuwachs - Rekord-Überschuss von 712 Millionen Euro - Dividende wird um 10 Prozent angehoben

Wien - Die börsenotierte Erste Bank, die vor wenigen Wochen eine Rekord-Kapitalerhöhung hinter sich gebracht hat, meldet für 2005 Rekordgewinne. Der Gewinn je Aktie war im abgelaufenen Jahr mit 2,96 Euro um 35,8 Prozent höher als 2004. Damals lag der Gewinn je Aktie bei 2,18 Euro. Für Erste Bank-Chef Andreas Treichl war das abgelaufene Jahr das erfolgreichste in der Geschichte der Bank - und das ereignisreichste.

Für die Aktionäre gibt es wie versprochen eine höhere Dividende: Der Vorstand legt der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2005 eine Dividende von 55 Cent je Aktie zur Beschlussfassung vor. Das bedeutet eine Erhöhung um 10 Prozent gegenüber 2004. Das gilt für die "alten" Aktien. Die jungen Aktien, die bei der Kapitalerhöhung im heurigen Jänner ausgegeben wurden, sind für 2005 nicht dividendenberechtigt.

Verbessertes Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis der Erste Bank verbesserte sich 2005 nach vorläufigen Zahlen um 13,6 Prozent auf 1,652 Mrd. Euro, der Jahresüberschuss vor Steuern um 21,9 Prozent auf 1,215 Mrd. Euro. Unter dem Strich beim Nettogewinn gibt es ebenfalls ein "All-Time-High": Der Konzernüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen wuchs um 36,7 Prozent auf 711,7 Mio. Euro an.

Die Erste Bank hatte Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs eine Bilanzsumme von 152,7 Mrd. Euro (plus 9,2 Prozent).

In der Gruppe waren Ende Dezember 36.150 Leute beschäftigt. Das war ein Anstieg um 0,8 Prozent. Mehr als 900 Mitarbeiter stießen allerdings durch den Zukauf in Serbien dazu. Bereinigt darum nahm der Personalstand um 1,7 Prozent ab. Vor allem in Tschechien wurde wieder Personal abgebaut.

Tochter Ceska verdient mehr als Österreich-Gruppe

Erste Bank-Vorstandschef Andreas Treichl wird am Vormittag bei der Bilanzpräsentation wieder auf die weiteren Expansionspläne in Osteuropa abgeklopft werden. Ende 2005 wurde die bisher größte Akquisition, der Mehrheitskauf der rumänischen Großbank BCR, auf Schiene gebracht. Sie stößt im heurigen Jahresverlauf in die Konzernbilanz dazu.

Vom gesamten vorläufigen Nettogewinn der Erste Bank von 711,7 Mio. Euro (nach 520,8 Mio. Euro im Jahr 2004) stammten im abgelaufenen Geschäftsjahr 437,2 Mio. Euro (Vorjahr: 304,5 Mio. Euro) aus den Banktöchtern in Ost- und Südosteuropa.

Haupt-Ergebnisträger ist hier die tschechische Großsparkasse Ceska Sporitelna (CS), die es 2005 auf 265,4 Mio. Euro (Vorjahr: 193,7 Mio. Euro) Konzernüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen brachte - das war ein Zuwachs um 71,8 Mio. Euro allein in der Ceska.

Zum Vergleich: Im Österreich-Geschäft wurde 2005 ein Konzernüberschuss nach Steuern von 242,3 (209,6) Mio. Euro verbucht - ein Plus von 15,6 Prozent.

Sehr zufrieden

Treichl: "Alle Gruppenmitglieder - inklusive Österreich - haben über den Erwartungen liegende Ergebnisse erwirtschaftet." Er sei "sehr zufrieden".

2005 wurden die Betriebserträge der gesamten Gruppe um 6,9 Prozent auf 4,329 Mrd. Euro gesteigert. Trotz des nach wie vor niedrigen Zinsniveaus - in Österreich wie auch in Osteuropa - wuchs der Zinsüberschuss (Nettozinsertrag) um 5 Prozent auf 2,79 Mrd. Euro sowie der Provisionsüberschuss um 10,7 Prozent auf 1,257 Mrd. Euro an.

"Moderat", um 3,2 Prozent auf 2,677 Mrd. Euro nahm der Verwaltungsaufwand zu. Bei den Ost- und Südosteuropatöchtern ging es da aber um rund 10 Prozent bergauf, während in Österreich gespart wurde: Im Inland gab es weniger Verwaltungsaufwendungen. Der gesamte Personalaufwand stieg um 6,8 Prozent auf 1,483 Mrd. Euro an. Überdurchschnittlich (plus 9,6 Prozent) in Osteuropa, wo mehr für die Gehälter bezahlt wurde. Auch Abfertigungsrückstellungen beim Personalabbau etwa in Tschechien fielen hier ins Gewicht, anderseits auch Bonuszahlungen. Rückläufig war der Sachaufwand in Österreich. Hier griff die Kostenbremse. Im Osten/Südosten fielen vor allem durch Sanierungsarbeiten in Serbien höhere Sachkosten an.

Angestiegen sind die Kreditrisiko-Vorsorgen, um 3,8 Prozent auf 421,6 Mio. Euro. Während die Risikokosten in Österreich vor allem wegen Kreditfällen von Haftungsverbund-Sparkassen von 341 auf 351 Mio. Euro zunahmen, gab es in den Ost-Operationen wieder einen vergleichsweise deutlicheren Anstieg von 50 auf 80 Mio. Euro. Im Jahr davor hatte es in der Region allerdings hohe Auflösungen gegeben.

Die Kosten/Ertragsrelation (Verwaltungsaufwand in Prozent der Betriebserträge) wurde 2005 von 64,1 Prozent auf 61,8 Prozent reduziert.

Die Eigenkapitalverzinsung verbesserte sich von 17,0 Prozent auf zuletzt 19,0 Prozent. Acht Jahre zuvor lag der Wert in der Erste Bank bei 10 Prozent.

Zukunftspläne

Um mehr als ein Fünftel will die Erste Bank in den nächsten Jahren (beginnend von 2005 bis 2009) jährlich ihren Nettogewinn ausweiten: Neue Ziele gelten seit dem Zuschlag für die rumänische BCR (Kostenpunkt für die Mehrheit: 3,75 Mrd. Euro). Bei der Kosten-/Ertragsrelation im Jahr 2009 liegt das Ziel bei unter 55 Prozent.

Durch die starke Ausweitung des Eigenkapitals um fast 70 Prozent werde die Eigenkapitalverzinsung in den kommenden Jahren absinken, bekräftigte die Bank. Sie sollte 2009 aber wieder bei 18 bis 20 Prozent liegen.

Einen neuen Quartals-Rekord meldete das Institut heute für das Schluss-Viertel 2005: Der Konzernüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen erreichte im vierten Quartal mit 202,9 (Vorquartal 173,1) Mio. Euro den höchsten Wert bisher. Der Zinsüberschuss wuchs seit dem Vorquartal um 5,3 Prozent auf 730,7 Mio. Euro. In der Zeit gab es einen Sonderertrag aus der at equity Bewertung der slowakischen Bausparkasse über 9 Mio. Euro.

Die Eigenmittel der Erste Bank Gruppe (nach BWG) betrugen zum Ultimo 8,6 (7,3) Mrd. Euro. Das Kernkapital gemäß BWG lag bei 5,1 (4,4) Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote belief sich auf 6,8 (6,7) Prozent), die Eigenmittelquote bei 11,0 (10,7) Prozent. (APA)

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