Terrorist Carlos vor Gericht

5. März 2006, 19:53
3 Postings

Prozess wegen "Verherrlichung des Terrorismus" - Carlos bereits wegen Wiener OPEC-Überfall im Dezember 1975 verurteilt

Paris - Osama Bin Laden pries er als eine "Lichtgestalt". In einem vom Fernsehsender M6 ausgestrahlten Telefoninterview vom März 2004, sagte Carlos, es gebe "keine unschuldigen Opfer" des Terrorismus. Gegen den in Frankreich verurteilten Terroristen mit bürgerlichem Namen Ilich Ramírez Sánchez begann am Dienstag nun ein Prozess wegen Verherrlichung des Terrorismus.

Auf "Rechtfertigung des Terrorismus" stehen in Frankreich bis zu fünf Jahre Haft und bis zu 45.000 Euro Strafe. Carlos war einst der meistgesuchte Terrorist der Welt. Er wurde 1997 unter anderem wegen des Wiener Opec-Überfalls zu lebenslanger Haft verurteilt.

Am 21. Dezember 1975 konnten sechs Terroristen unter der Führung von Carlos etwa 70 Personen in dem Opec-Gebäude in Wien in ihre Gewalt bringen, darunter elf Minister. Den Terroristen wurde mit den Geiseln ein Flugzeug der Austrian Airlines zur Verfügung gestellt. Am Flughafen Wien-Schwechat gab Innenminister Otto Rösch Carlos vor dem Abflug die Hand. Carlos hatte sie ihm mit den Worten "Danke verbindlichst für die reibungslose Abfertigung" entgegengestreckt. Die Terroristen flogen mit 42 Geiseln nach Algier. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 1.3.2006)

Share if you care.