ARBÖ will bundesweit Reparaturen anbieten

1. März 2006, 21:42
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Werkstätten protestieren - Vorbild Kärntner Landesorganisation

Der ARBÖ will künftig bundesweit Reparaturarbeiten anbieten, um finanziell geschwächte Länderorganisationen des Autoklubs zu stärken, berichtet die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Dienstagausgabe. Die Wirtschaftskammerorganisation der Kfz-Werkstätten protestiert. Die ARBÖ-Konkurrenzorganisation ÖAMTC will auf keinen Fall in das Reparaturgeschäft gehen, weil dies die Unabhängigkeit gefährden könnte.

Rudolf Schober, der soeben bestellte neue Präsident des Vereins, will künftig in allen 94 Stützpunkten des ARBÖ Reparaturdienstleistungen anbieten lassen und nimmt sich für dieses Vorhaben Kärnten als Vorbild: Die dortige Landesorganisation hat bereits 2001 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen für Reparaturzwecke gegründet. "Seitdem liefen die Geschäfte mit den (für Mitglieder bis zu 20 Prozent verbilligten) Reparaturen so gut, dass man einige Stützpunkte schon ausbauen und zusätzliches Personal einstellen mussten", schreibt die "Presse".

"Keine besonders gute Idee"

Für keine besonders gute Idee hält diesen Vorstoß die Innung der Kfz-Techniker: "Die Autofahrerklubs haben sich mit ihren Prüfberichten in der Vergangenheit immer als unabhängige Instanz gegenüber den Werkstätten verstanden", sagt Innungsmeister Josef Puntinger. Diese vermeintliche Objektivität sei spätestens dann dahin, wenn man beginne, im Reparaturbereich Eigeninteressen zu entwickeln.

"Es ist klar, dass sich die Kfz-Betriebe beklagen werden", gibt sich Neo-Präsident Schober gelassen. Niemand sei gezwungen, Reparaturen vor Ort durchführen zu lassen. Außerdem würde man nur "Kleinigkeiten" machen.

Der ÖAMTC plant nach eigener Aussagen kein Reparaturservice: Der Kunde könne sich keine Objektivität mehr erwarten, wenn einem nach einer Überprüfung eine Reparatur empfohlen werde, die "rein zufällig" im selben Haus angeboten werde, zitiert die Presse eine ÖAMTC-Stimme. (APA)

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