Polizei soll Raub-Lkw gefunden haben

2. März 2006, 18:47
4 Postings

"Wichtiger Fahndungserfolg" - Weitere Festnahmen - Rund 78 Millionen Euro entwendet

London - Die britische Polizei hat einen Lastwagen gefunden, mit dem Gangster vor einer Woche die Millionbeute des größten Geldraubs in der britischen Geschichte abtransportiert haben sollen. Außerdem nahmen die Ermittler einen weiteren Verdächtigen fest. Die Entdeckung des Lastwagens vom Typ Renault, mit dem umgerechnet nahezu 80 Millionen Euro aus dem überfallenen Gelddepot in Südengland transportiert worden sein sollen, werteten Medien als wichtigen Fahndungserfolg.

Zuvor hatten Ermittler eine große Farm in der südostenglischen Grafschaft Kent gestürmt. Nach vorerst unbestätigten Medienberichten geht die Polizei davon aus, dass die Gangster in dem Anwesen ihre Geiseln festgehalten hatten. Die als Polizisten getarnten Täter hatten am Dienstag der zurückliegenden Woche zunächst den Direktor des Gelddepots, das sie kurz darauf ausraubten, sowie dessen Frau und Kind entführt.

78 Millionen Euro erbeutet

Der Millionenraub aus einem Geldlager in England sprengt in seiner Größe alte Rekorde um Dimensionen. Die Polizei gab am Montag erstmals die genaue Summe bekannt, die bei dem brutalen Überfall am vergangenen Mittwoch entwendet wurde - mehr als 53 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 78 Millionen Euro). Dies ist mit Abstand der größte Geldraub in der britischen Geschichte.

Bei der Suche nach den Tätern gab es fünf weitere Festnahmen. Offen blieb zunächst jedoch, ob darunter auch der "harte Kern" des Überfall- Kommandos ist.

Nach Polizeiangaben wurden genau 53.116.760 britische Pfund gestohlen - mehr als doppelt so viel wie beim zuvor größten Geldraub in Großbritannien. Die Tat stellt auch den legendären Überfall auf einen britischen Postzug 1963 in den Schatten. Die Ermittlung der genauen Beutesumme hatte sich tagelang hingezogen, weil das ausgeraubte Depot in der Grafschaft Kent genauestens auf Spuren durchsucht wurde.

Erst Bruchteil der Summe aufgetaucht

Von dem Geld sind bisher nur umgerechnet 1,9 Millionen Euro wieder aufgetaucht, die am Freitag in einem abgestellten Lieferwagen gefunden wurden. Die Bande - vermutlich sechs schwer bewaffnete Männer - hatte am Dienstagabend vergangener Woche den Manager des Geldlagers sowie dessen Familie in ihre Gewalt gebracht und dann das Depot ausgeräumt. Die Familie und die Angestellten hielten sie während der stundenlangen Aktion mit Waffengewalt unter Kontrolle.

Wie Vize-Polizeichef Adrian Leppard am Abend mitteilte, befinden sich von den Festgenommenen noch vier Verdächtige hinter Gittern. Er ließ offen, was ihnen genau zur Last gelegt wird. Damit blieb unklar, ob möglicherweise bereits einige der Hauptverdächtigen verhaftet sind. Bislang wurde vermutet, dass sich der "harte Kern" der Bande bereits ins Ausland abgesetzt haben könnte. Sieben Frauen und Männer, die in den vergangenen Tagen in Polizeigewahrsam kamen, sind inzwischen gegen Kaution wieder auf freiem Fuß.

Auf die Ergreifung der Täter sind knapp drei Millionen Euro Belohnung ausgesetzt. Die Polizei hofft vor allem auf Hinweise aus dem kriminellen Milieu. Auch nach einem Lastwagen der Marke Renault, mit dem der Großteil der Beute abtransportiert wurde, wird noch gesucht. (APA/dpa)

Share if you care.