ORF-Wahl - Schwarzer Montag auf dem Küniglberg

14. Juni 2006, 22:33
8 Postings

Die Stiftungsräte sehen schwarz für die Wahl des nächsten Generals am 17. August und jene der Direktoren am 28. September - Der Stimmungstest am Rosenmontag verheißt: ÖVP und Orange gegen Rot und Grün

Die Stiftungsräte sehen schwarz für die Wahl des nächsten ORF-Generals im Sommer. Der Stimmungstest am Rosenmontag verheißt: ÖVP und Orange gegen Rot und Grün.

***

Rosenmontag, Wahltag auf dem Küniglberg: Die 35 Mitglieder des neuen ORF-Stiftungsrates müssen einen Vorsitzenden bestellen. Ein Stimmungstest für 17. August, wenn sie den nächsten ORF-General wählen, und für 28. September, wenn voraussichtlich die übrigen Direktoren dran sind.

An diesem Zeitplan der Regierung lag es denn auch, dass SPÖ und Grüne im Stiftungsrat dem Kärntner Raiffeisendirektor Klaus Pekarek die Wiederwahl zum Vorsitzenden verweigerten: 13 Enthaltungen. Denn Pekarek will ORF-General und -Direktoren vor der Nationalratswahl im Herbst bestellt wissen. Neue Mehrheitsverhältnisse in Nationalrat und Regierung bescheren meist rasch eine neue Besetzung des Stiftungsrates. In der aktuellen Runde könnte der Rat gerade noch im Dezember die Direktorenverträge absegnen.

Pekarek wiedergewählt

Pekarek und sein Vize Leopold März (ÖVP, ehemaliger Boku-Rektor) wurden auch ohne Rot und Grün gewählt: Mit 15 eindeutig schwarzen Stimmen, fünf orangefarbenen, dem einen Blauen und dem stets als unabhängig deklarierten Caritas-Direktor Franz Küberl. Eine erste Mehrheitenfeststellung für die Generalswahl im Sommer womöglich.

Küberl hat die Zusammenarbeit mit Generalin Monika Lindner demonstrativ gelobt. Und er kritisierte am Wochenende ungewöhnlich heftig den ORF-Sport: Dessen Chef Elmar Oberhauser gilt als Konkurrent des VP-Wunschkandidaten Werner Mück für die Info- oder Fernsehdirektion.

Molterer persönlich

Wie gründlich VP und Freiheitliche 2001 den ORF und seine Stiftungsräte "entparteipolitisiert" haben, demonstrierten sie Sonntagabend bei ihrem Fraktionstreffen ("Freundeskreis") im Favoritener Wirtshaus Meixner: Wo es langgeht, erklärte ihnen dort VP-Klubobmann und -Mediensprecher Wilhelm Molterer persönlich. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 28.2.2006)

  • SP-Rat Krammer (li.) strikt gegen den Zeitplan der Vorsitzenden Pekarek (re.) und März (Mitte).
    foto: standard/fischer

    SP-Rat Krammer (li.) strikt gegen den Zeitplan der Vorsitzenden Pekarek (re.) und März (Mitte).

Share if you care.