Plakate mit christlichen "Märtyrern" in polnischen Straßenbahnen

1. März 2006, 16:27
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Moslem-Verband weist Aktion als "Provokation" zurück

Warschau - Eine polnische Stiftung hat in den Straßenbahnen der Stadt Posen (Posnan) Plakate aufhängen lassen, auf denen christliche "Märtyrer" abgebildet sind, die von Moslems getötet worden seien. "Wir haben das im Geiste der christlichen Solidarität mit jenen getan, die für ihren Glauben leiden", sagte der Vorsitzende der Sankt-Benedikt-Stiftung, Boguslaw Kiernicki, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

"In Polen sind die Christen in einer bequemen Lage, aber in anderen Ländern ist das nicht so." Auf rund dreihundert Plakaten waren Christen zu sehen, die der Stiftung zufolge in Pakistan, Ägypten, der Türkei und Indonesien von Moslems umgebracht wurden.

Moslem-Verband wehrt sich

Der Verband der polnischen Moslems wehrte sich gegen die Aktion. Vize-Präsident Jozef Konopacki sprach im Zusammenhang mit dem Streit um Mohammed-Karikaturen von einer "Provokation". Der Vorsitzende der katholischen Stiftung erwiderte darauf: "Wir hätten uns niemals vorstellen können, dass die Darstellung christlicher Märtyrer jemanden verletzen könnte." Die Verkehrsbetriebe in der Hauptstadt Warschau weigerten sich, die Plakate in öffentlichen Verkehrsmitteln aufzuhängen.

In Polen sind mehr als neunzig Prozent katholisch; von 38 Millionen Einwohnern bekennen sich weniger als 30.000 zum Islam. (APA/AFP)

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