Regierung setzt auf Härte: Gepanzerte Einheiten in Bagdad

Redaktion, 03. März 2006 12:03

Militärs sollen sämtliche bewaffneten Zivilisten festnehmen - Vier Tote nach Granatenangriff - Lange Schlange vor Tankstellen

Bagdad - Zur Eindämmung der politisch und religiös motivierten Gewalttaten hat die irakische Regierung in Teilen der Hauptstadt Bagdad den Einsatz gepanzerter Einheiten angeordnet. Alle bewaffneten Zivilisten "gleich welcher Partei oder Religion" sollten festgenommen werden, erklärte General Abdelaziz Mohammed am Montag.

"Zum Schutz der Bürger"

Die Anordnung des Verteidigungsministeriums erfolge "zum Schutz der Bürger" und sei "nicht gegen sie gerichtet", fügte der General hinzu. Nach dem Anschlag auf die Goldene Moschee von Samarra, eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten, am vergangenen Mittwoch waren bis zum Wochenende bis zu 200 Menschen getötet worden.

Der Einsatzbefehl gelte für alle Teile Bagdads, in denen die Einheiten des Innenministeriums bisher nicht "präsent" gewesen seien, sagte General Mohammed. Das Verteidigungsministerium habe angeordnet, als "Zeichen der Einheit" überall "die irakische Flagge zu hissen".

Vier Tote nach Granatenangriff

Die Maßnahmen dienten dazu, den Bewohnern der Hauptstadt das Gefühl von Sicherheit zurückzugeben. In Bagdad blieb es am Montag im Vergleich zu den vorangegangenen Tagen zunächst eher ruhig. Allerdings wurden vier Menschen getötet und 14 weitere verletzt, als Unbekannte auf eine Verkaufsstelle von Heizöl im Norden der Stadt Granaten warfen. Zahlreiche Schüler erschienen aus Angst vor neuen Anschlägen nicht zum Unterricht.

Lange Schlange vor Tankstellen

Nachdem die umfassende Ausgangssperre und das ganztägige Fahrverbot aufgehoben wurden, versorgten sich die Einwohner von Bagdad mit Lebensmittel- und Benzinvorräten. An den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Für Bagdad sowie die drei Nachbarprovinzen Diala, Babylon und Salaheddin blieb jedoch eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft. In Bakuba und Kirkuk im Norden wurden nach Angaben der Polizei binnen 24 Stunden 30 mutmaßliche Gewalttäter festgenommen. (APA)

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manfred maier
manfred maier
28.02.2006 11:00
testriges: "Lesen bildet...Le Monde diplomatique - Stephen Grey Zitat:"....

...aus dem empfohlenen" artikel:
".....im Vergleich zur amerikanischen Besatzungszone gilt der Süden des Irak als politische Idylle. Aber auch die britische Armee in Basra entgeht nicht dem Dilemma einer Okkupation "im Namen der Freiheit". Denn sie hält sich selbst nicht an die rechtsstaatlichen Regeln, die sie den Irakern beibringen will.
...Seit meinem ersten Besuch in Basra Anfang 2004 hat sich die Lage in vieler Hinsicht unübersehbar und krass verschärft, zumindest für die britische Armee.
...massiven 30-Tonnen-Panzerkampfwagen vom Typ "Warrior" abgelöst wurden. Heute bewegen sich selbst die Warriors nur noch in großen Konvois durch die Stadt, wenn man nicht gleich Hubschrauber für die Patrouillen einsetzt.
.....Ein hoher britischer Offizier sagte mir, nachdem er seinen zweiten Einsatz in Basra hinter sich hatte: "Ich habe mit vielen Freunden gesprochen, alle Anhänger eines säkularen Staates, die es gut fanden, dass wir da waren, und die dankbar sind, dass es Saddam nicht mehr gibt. Aber jetzt sagen einige: ,Eure Zeit ist abgelaufen, ihr werdet immer mehr Teil des Problems.' "

trestigres
28.02.2006 12:06
Sadr rief zwar öffentlich immer zur Ordnung und Zurückhaltung auf, doch seine bewaffneten Banden sagte die Bevölkerung reihenweise Entführungen, Femenmorde und Vertreibungsaktionen gegen Sunniten nach. Während der jüngsten Unruhen tat sich Sadr

erneut durch Mässigungsappelle hervor und lenkte zugleich den Zorn gegen die USA. Die Einheit und Gemeinsamkeit könnte er am besten gleich selber unter Beweis stellen; indem er für sunnitische Regierungsbeteiligung und Auflösung der Milizen einsteht. Die Mahdi-Miliz von Muktada Sadr hat sich seit dem vergangenen Jahr entgegen den Abmachungen von 2004 wieder aufgebaut und ihren Einfluss besonders in Sadr City und Basra stark ausgedehnt. Sie gibt in Sadr City eigene Identitätspapiere an die Bevölkerung aus, in Amara und Nasiriya spielt sie anstelle der Behörden Polizei, und in Basra kämpften die Milizionäre im letzten September offen gegen die Briten. Sadr ist ein Heisssporn und spricht mit falscher Zunge.

manfred maier
manfred maier
28.02.2006 14:33
"lenkte zugleich den Zorn gegen die USA..."

...na, ich denke bei den VIERUNDACHTZIG prozent der iraker, jene welche sie so gerne und konsequent auslassen, braucht der IRAKER als sadr keinen wie auch immer gearteten "zorn" zu lenken.
"nation building" schrien die neocons, und machten sich mit einem "terrorschlag gegen bagdad" (spiegel-titel) ans werk.
hunderttausende tote oder verstümmelte später hat die politik der verbrannten erde das vorhergesagte schreckliche ende genommen.
die "todesschwadronen des innenministeriums" plappern sie so gerne. WER hat dieses inenministerium erschaffen, WAS kann dieses innenministerium OHNE seine us herren bestimme oder veranlassen, WER hat die truppen, ob polizei oder armee, "ausgebildet", WER beschäftigt den schlächterverein ihres ex-freundes, den mukhabarat, WER hat öffenlich über den einsatz von todesschwadronen "nachgedacht", WER ist für die bilder welche tote und verstümmelte folteropfer zeigen verantwortlich, WER ist verantwortlich für völlig zerstörte städte und "verschwudnene einwohner, WER mauert ganze städte ein, WER lässt milliarden verschwinden,......
und unser atta kommt mit dem "bösen" iraker sadr...!

trestigres
28.02.2006 10:51
Die religiös geprägten Unruhen im Irak haben den starken Einfluss der Milizen deutlich gemacht. Das Innenministerium (vom Sciri dominiert) ist stark mit schiitischen Milizionären durchsetzt. Diese Parteimilizen, gleichgültig ob schiitische oder

sunnitischer Herkunft, schaden dem Aufbau eines neuen Staates. Die vielbeschworene Einheit von Leuten wie Sadr beginnt dort wo solche Milizen aufgelöst und gemeinsam kontrollierte Sicherheitskräfte des "gemeinsamen" Staates agieren. Dazu braucht es eine Regierungsbeteiligung aller Gruppen. Sadr und andere schiitische Machtträger sind hier aufgefordert zu zeigen, was sie tatsächlich unter Einheit verstehen. Nach einem Uno-Menschenrechtsexperten wurden im vergangenen Halbjahr monatlich bis zu tausend Leichen ins Leichenschauhaus eingeliefert, die fast alle die Spuren von Folter und Hinrichtungen aufwiesen; meist waren nach dem Uno-Experten die Agenten und Todesschwadronen des Innenministeriums dafür verantwortlich.

Jimmy_Ringo
28.02.2006 06:06
komisch


ich erinnere mich an einer sehr langen zeit als man diese menschen noch als "aufständische" od. "terroristen" bezeichnete, jetzt heißen sie "bewaffnete zivilisten" ....jede lüge offenbart sich einmal...tja, westliche medien...

trestigres
28.02.2006 09:43
Unterscheiden lernen....

Falls Sie es nicht begriffen haben, es geht darum, dass nach dem Anschlag nicht schiitische Milizen Sunniten angreifen und dann deren Milizen wieder zurückschlagen. Es geht um das Macht- und Gewaltmonopol des neuen Staates, dass nicht durch paramilitärische Einheiten der jeweiligen Religionsgruppe ausgehebelt werden soll. Die Einsetzung des irakischen Militärs zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht Ausdruck im Kampf gegen Djihadisten oder Baathguerilla sondern um einen Bürgerkrieg zu verhindern.

manfred maier
manfred maier
02.03.2006 15:02
"neuer staat"?....welchen "neuen staat" sehen sie....

...im irak?

O.J. Homer
 
28.02.2006 04:46
hoechste zeit

dass die irakischen kraefte die allierten entlasten.
als souveraenes land mussen irakische kraefte selber fuer ordnung sorgen.
in den naechsten jahren sollten sich die allierten in 2-3 militaerbasen aufhalten und ein wachsames auge halten

Kingtun
27.02.2006 21:48
Militärs sollen sämtliche bewaffneten Zivilisten festnehmen

Soll man darüber lachen oder weinen?
Die Leute die garade aus dem Irak zurück kommen erzählen manchmal sachen, was die ganzen Medienberichten verdrehen würde. Die Straßen sind weitestgehend in den händen von Irakischen Widerstandskämpfer und mehrere unterschiedliche Milizen Patrollieren. Diese Widerstandskämpfer verfügen nicht selten bessere Waffen als ihre neue Irakische Armee. Da sind sogar die Todesschwadronen des Innenministierums besser bewaffnet. Sollten auch bald die Schiiten wieder zur Waffe greifen, könnte es auch für die lieben US-Boys eng werden.

Mit diesen Panzer können sie wenn schon, nur Zivilisten bedrohen und verletzen.

R+E Jech
 
27.02.2006 19:08
Panzer zum "Schütz der Bürger"?

Neusprech?

manfred maier
manfred maier
27.02.2006 15:24
wo haben die denn diese "schönen" panzer her.....

...welche gegen die iraker auffahren?
ach, dies ist aufbauhilfe, von den opfern bezahlt vermutlich.

Kingtun
27.02.2006 21:41

Das Bild ist noch von Saddams Zeit...

Aber von der Zeit hat sich bis heute fast nichts geändert.

oxy
oxyauranus
27.02.2006 16:29
ein russischer t72 panzer?

direkt von putin? oder eher noch aus der jelzin zeit...

manfred maier
manfred maier
27.02.2006 17:17
"ein russischer t72 panzer?"

...fragen sie mich oder sich?
ich kann die frage nicht beantworten sondern ging davon aus, das kaum ein altes gerät unversehrt geblieben sein dürfte.

Quasimodus
27.02.2006 17:56
jedenfalls ist es

ein russisches Fabrikat. Ich würde auch auf einen T72 tippen.

coder24
27.02.2006 18:09

Ja, ist ein russischer T72.

coder24
27.02.2006 17:37

Und wie kommens zu dieser etwas seltsamen Annahme?

manfred maier
manfred maier
27.02.2006 18:05
dem "schweren" gerät der fast gefahrlos....

...abgeschlachteten irakischen barfussarmeebarfussarmee dürfte die die aktion "terror" der angriffskrieger auch nicht allzu gut bekommen sein.
über sehr viele panzer werden die kaum mehr verfügen....

gerald leitner
27.02.2006 22:09

wissens, die jungs, die auf die iraner und kurden mit gasgranaten geschossen haben als arme wilde darzustellen beleidigt die opfer.
(bei manchen postern hat man das gefuehl, dass die CIA sie dafuer bezahlt, wirklichen ... zu schreiben, damit derjenige, der antwortet dann - ungewollt - eine pro-usa aussage macht)

manfred maier
manfred maier
27.02.2006 22:45
die "jungs" waren gut ausgerüstet.....

...und hatten einen mächtigen herren, welche sie im falle iran massiv unterstützte und ihre kurdenmassaker dahingehend verteidigte, dass er beahuptete "die iraner waren es" und eine verurteilung dafür vor dem UBO sicherheitsrat verhinderte.....
genau, es waren die "befreier", welche diese "jungs" ein jahrzent lang mit allen mitteln abrüsteten, um sie gefahrlos abschlachten zu können.
wer erinnert sich nicht mehr an die begeisterten "töten ist geil" schreie von us marines in reportermikros...?
sie etwa? und deshalb befürworten sie das grossflächige massakrieren von praktisch wehrlosen?

August Hoffmann
02.03.2006 14:56

"irakischen barfussarmeebarfussarmee" ist bei Ihnen kein Widerspruch zu "die 'jungs' waren gut ausgerüstet"?

Oder sind die "jungs", "die auf die iraner und kurden mit gasgranaten geschossen haben" (gerald leitner) nicht identisch mit der damaligen irakischen armee?

manfred maier
manfred maier
02.03.2006 15:06
zitat: "welche diese "jungs" ein jahrzehnt lang mit allen mitteln abrüsteten,....

...um sie gefahrlos abschlachten zu können."...heisst es wörtlich in meinem beitrag.
esnztschuldigen sie hoffmann, an ihre kapazitäten hatte ich nicht gedacht, als ich mir gestattete, mehr als einen zweizeiler zu verfassen.
aber jetzt geht es doch.....?

Ergo Dessen
27.02.2006 16:29
Es mag Ihnen entgangen sein,...

...dass gerade in Zeiten des vom Terrorwiderstand gebeutelten Umbruchs, der Staat die Sicherheit der Menschen leider oftmals nur mit "schönen" Panzern aufrechterhalten kann!

Auch wenn Sie sich in der Anarchie so wohl fühlen!

manfred maier
manfred maier
27.02.2006 17:20
widerstand gegen die......

...terrorbesatzung würde ich nicht in jedem falle als terror bezeichnen.
und es gibt genügend anhaltspunkte, dass diese besatzung den terror schürt. jedenfalls sieht dies eine mehrheit der iraker so.
die werden es als betroffene wohl am ehesten wissen......

coder24
27.02.2006 16:28
Na ... wo werdens die wohl

her haben? Von vor dem Krieg natürlich ... blöde Frag ...

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