Österreichs Ökoenergien-Technologie im Aufwind

1. März 2006, 15:57
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Studie zeigt Potenzial auf - Erneuerbaren-Anteil bei der Wärmeerzeugung muss weiter gesteigert werden

Wien - Österreichs Ökoenergien zählen zu den aufstrebenden Branchen und weisen für die Zukunft noch ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial auf. Das geht aus der Studie "Wirtschaftskraft Ökoenergien" der TU Wien im Auftrag des Dachverbands Energie-Klima in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervor, die heute, Montag, bei einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt wurde. Die WKÖ fordert daher eine markante Umstellung auf einheimischen Energieträgern bei der Wärmeerzeugung bis 2020 und eine rasche Umsetzung des neuen Ökostromgesetzes.

Untersucht wurden in der Studie Arbeitsplatzeffekte und Wertschöpfung der Ökoenergie bei Raumwärme und Warmwasseraufbereitung bis hin zur Inbetriebnahme einer Anlage (nicht der Betrieb selbst). Wärme und Warmwasser machen laut Studienautor Reinhard Haas immerhin fast ein Viertel des österreichischen Gesamtenergieverbrauchs aus.

Technologie zur Erzeugung von Ökoenergie hat laut der Erhebung in den vergangenen Jahren eine erhebliche Wirtschaftskraft entwickelt. Bei der Ökowärme bleiben bei einem Umsatz von rund 1,46 Mrd. Euro - 38 Prozent entfallen allein auf feste Biomasse - rund 70 Prozent der Wertschöpfung (1,04 Mrd. Euro) in Österreich. Bei der Sachgüterproduktion liege dieser Wert zum Beispiel bei rund 40 Prozent, geht aus der Studie hervor. Österreichische Wärmetechnologie sei zudem ein Exportschlager. Die Ausfuhrquote etwa von thermischen Solaranlagen liege schon bei 70 Prozent und wachse jährlich um 40 Prozent, hieß es weiter.

Arbeitsplatzeffekt

Auch der Arbeitsplatzeffekt sei nicht zu unterschätzen. Mit 32.700 Arbeitsplätzen (ohne den Betrieb der Anlagen) trage der Bereich bereits signifikant zum österreichischen Arbeitsmarkt bei. Zudem sind laut Studie 2004 CO2-Nettoeinsparungen von 10,8 Mio. Tonnen Kohlendioxyd-Emissionen verhindert worden, was einer zusätzlichen Wertschöpfung von 216 Mio. Euro entspricht. Die Studienautoren gehen davon aus, dass man bis 2012 bei einer gleich bleibenden Entwicklung mit einem CO2-Minus von 15 Mio. Tonnen rechnen könne.

Bei der Wärmeaufbringung in den Haushalten könnten bis 2020 durch die Kombination von Erneuerbaren und thermischer Sanierung - Stichwort Energieeffizienz - 70 Prozent (derzeit 25 Prozent) des Haushaltsbedarfs abgedeckt werden. Dazu sollten bis 2020 etwa 30 Prozent - rund eine halbe Million - aller sinnvoll sanierbarer Häuser auf Vordermann gebracht werden, erläuterte Haas. Durch Vorzieheffekte müsste dafür die jährliche Quote von sanierten Häusern von zwei auf vier Prozent gesteigert werden. Die jährliche Einsparung an CO2 würde dann bei 7,8 Mio. Tonnen liegen.

Das sei auch notwendig, da der Wärmeverbrauch in Österreich weiter steigt und damit die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger. Österreich müsse eine höhere Versorgung aus einheimischen Energieträgern anstreben, so Reinhold Mitterlehner, stellvertretender Generalsekretär der WKÖ. Haas spricht in diesem Zusammenhang von Investitionen in "Intelligenz" aus Österreich - Technologien die den Standort Österreich stärken. Besonders bei der Biomasse liege noch einiges brach. Es werde sich wohl ein mitteleuropäischer Markt entwickeln. "Dann kann österreichische Biomasse preislich auch mit den Nachbarländern konkurrieren", so Haas. (APA)

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