Thaksin Shinawatra gibt nach

21. März 2006, 15:49
1 Posting

Ministerpräsident zu Treffen mit Oppositionschef bereit - Opposition kündigte Boykott von Neuwahlen an - Armeechef schließt Putsch aus

Bangkok - Nach mehreren Massendemonstrationen und Boykottaufrufen der Opposition zu den vorgezogenen Neuwahlen ist der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra eingeknickt: Er sei jederzeit zu einem Treffen mit Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva bereit, teilte der 56-jährige Regierungschef am Dienstag in Bangkok mit. Da die führenden Oppositionsparteien an den von ihm angesetzten Neuwahlen nicht teilnehmen wollten, könne auch über den Termin neu verhandelt werden. Armeechef General Sonthi Boonyaratglin erklärte, "niemand" wolle "einen Staatsstreich organisieren".

Parlament aufgelöst

"Das Datum der Wahlen hängt von der Wahlkommission ab", sagte Thaksin nach einem Treffen mit den obersten Militärs des Landes. Er hatte in der vergangenen Woche das Parlament aufgelöst. Laut Umfragen kann seine Partei Thai Rak Thai (Thailänder lieben Thailänder), die 375 von 500 Abgeordneten stellt, auch nach Neuwahlen mit einer komfortablen Mehrheit rechnen. Thaksin war 2001 ins Amt gelangt und im vergangenen Jahr wiedergewählt worden. Die vier Massendemonstrationen seit dem 4. Februar nährten sich aus dem Unmut der Bevölkerung über ein Milliardengeschäft, das seine Familie mit der Regierung Singapurs abwickelte.

Ein Vermittler werde sich bemühen, ein Gespräch zwischen ihm und dem 41-jährigen Oppositionsführer Abhisit herbeizuführen, sagte Thaksin. General Sonthi sagte, er könne "versichern", dass die Militärs keine Putschpläne hätten. Sonthi ist der erste thailändische Armeechef moslemischen Glaubens, die Bevölkerungsmehrheit ist buddhistisch. Bis Anfang der 90er Jahre übernahm das Militär in Thailand wiederholt durch Putsche die Macht. (APA)

Share if you care.